Mordfall von Metzler: Magnus G. schweigt weiter - DER SPIEGEL
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Mordfall von Metzler Magnus G. schweigt weiter

Beim Mord am elfjährigen Bankierssohn Jakob von Metzler ist die genaue Todesursache nach wie vor unklar. Der mutmaßliche Mörder des Jungen schweigt weiterhin.
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Frankfurt am Main - Die genaue Todesursache soll frühestens am Freitag ermittelt sein. Dann ist auch die nächste Vernehmung des tatverdächtigen 27-jährigen Jurastudenten Magnus G. geplant. Auf Grund seiner Aussage hatte die Polizei die blauen Plastiksäcken zu einem Bündel verschnürte Leiche unter einem Bootssteg an einem See im Main-Kinzig-Kreis entdeckt. Nach Überzeugung der Ermittler wurde der Junge Stunden nach seiner Entführung am vergangenen Freitag umgebracht. Jakob von Metzler ist vermutlich erstickt. Am Hals des Elfjährigen stellten Gutachter massive Spuren von Gewalt fest. Die Ermittler schlossen aber auch nicht aus, dass der Junge ertrunken ist.

Jakob war gegen 10.30 Uhr auf dem Heimweg von der Schule verschleppt worden. Der mutmaßliche Mörder wohnte allein im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses im Stadtteil Sachsenhausen in unmittelbarer Nähe der Bushaltestelle, an der Jakob aus dem Bus gestiegen war.

150 Polizisten durchsuchten am Mittwoch den Stadtwald im Süden Frankfurts nach Spuren wie Verpackungsmaterial für die Geldbündel. Das Lösegeld von einer Million Euro war in der Nacht zum Montag in zwei Aldi-Plastiktüten verpackt in der Nähe einer Straßenbahnhaltestelle bei einem Mülleimer an einem Weiher abgelegt und vom Entführer abgeholt worden.

Im Main-Kinzig-Kreis setzte die Spurensicherung im Bereich Rabenstein/Unterreichenbach - dem Fundort der nur mit Unterwäsche bekleideten Leiche - ihre Arbeit fort. Wie der Täter den Jungen zu dem 60 Kilometer von Frankfurt entfernten See zwischen Rebsdorf und Rabenstein transportierte, ist noch nicht geklärt.

Unterdessen bekundeten weiter zahlreiche Menschen Trauer um Jakob und Beileid für die Eltern. Die Stadt Frankfurt legte im Römer ein Kondolenzbuch aus. An der Carl-Schurz-Schule trugen sich Mitschüler, deren Eltern und Lehrer in entsprechende Listen ein und gedachten des Schülers. Auch vor dem Wohnhaus und Geschäftshaus der Bankiersfamilie von Metzler legten Trauernde weiter Blumen nieder.

Motiv weiter unklar Über das genaue Tatmotiv rätselten die Ermittler weiter. Bisher gebe es keine Anhaltspunkte für ein Sexualdelikt, sagte Oberstaatsanwalt Rainer Schilling. Der Leiter der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden, Rudolf Egg, hält eine Beziehungstat für wahrscheinlich. Die Tat erscheine mit diesem Motiv plausibel. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man ein Kind für eine Million Euro umbringt", sagte der Professor. Der Täter hätte, weil er von dem Opfer erkannt würde, den Mord von vornherein einkalkulieren müssen. Außerdem habe der Jurastudent und Nachhilfelehrer Jakobs das Geld offensichtlich nicht besonders nötig gehabt.

Möglicherweise habe der Täter eigentlich den Jungen sexuell zu verführen versucht und dann umgebracht, weil sich der Elfjährige widersetzte und der Täter die Straftat verdecken wollte. "Dann wäre es nicht der Entführer, der zum Mörder wird, sondern der Mörder, der zum Entführer wird", sagte Egg.