Mordpläne: Castro wettert gegen die CIA - DER SPIEGEL
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Mordpläne Castro wettert gegen die CIA

Er war einer auf der Todesliste der CIA: Kubas Staatschef Castro sollte im Auftrag der USA getötet werden. Jetzt äußerte sich der "Maximo Lider" erstmalig zu dem kürzlich veröffentlichten Dossier - und behauptet, die CIA plane weiterhin Mordkomplotte.
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Havanna - Die Veröffentlichung der Geheimunterlagen sei ein Versuch, so formulierte es der kubanische Präsident Fidel Castro gestern, "die Leute glauben zu machen, dass diese Methoden in eine andere Zeit gehören und nicht länger angewandt würden". Diese Annahme sei jedoch falsch. "Alles, was in den Dokumenten beschrieben wird, wird immer noch getan - allerdings in einer noch grausameren Form rund um den ganzen Planeten, eine wachsende Zahl illegaler Aktionen in den USA eingeschlossen."

Die CIA hatte am vergangenen Dienstag Geheimunterlagen veröffentlicht, die Aufschluss über ihre verbotenen Missionen und Methoden während des Kalten Krieges geben. Seither kann als sicher gelten, dass der US-Geheimdienst zumindest ein Mordkomplott gegen Castro geschmiedet hat. Seinerzeit sollte ein bekannter Mafiosi für den schmutzigen Auftrag gewonnen werden.

Die kubanische Regierung behauptet seit Längerem, Castro sei Ziel Hunderter Anschläge gewesen. Der Staatschef selbst beschuldigt US-Präsident George W. Bush, zahlreiche Attentate auf ihn in Auftrag gegeben zu haben. Zudem wiederholte er in dem jetzt veröffentlichten Leitartikel erneut seine bereits häufig geäußerte Ansicht, John F. Kennedy sei nicht von Lee Harvey Oswald allein, sondern mit Hilfe der CIA getötet worden.

Der kubanische Präsident hat sich nach einer komplizierten Operation, der er sich im vergangenen Sommer hatte unterziehen müssen, bislang nur einmal in der Öffentlichkeit gezeigt. Er schreibt seither aber häufiger Artikel, "Reflexionen des Oberbefehlshabers" genannt, woraus Beobachter schließen, dass es ihm inzwischen gesundheitlich besser geht.

jdl/Reuters