Mordprozess: Angeklagte gestehen Überfall auf Behinderten - DER SPIEGEL
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Mordprozess Angeklagte gestehen Überfall auf Behinderten

Mit Geständnissen hat vor dem Landgericht Kiel der Prozess um einen tödlichen Überfall auf einen geistig Behinderten begonnen. Zwei 19 und 20 Jahre alte Schaustellergehilfen gaben zu, im vergangen Jahr einen 38-Jährigen mit Baseballschlägern zusammengeschlagen zu haben.
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Kiel - Das behinderte Opfer aus dem schleswig-holsteinischen Lütjenburg war wenige Tage nach der Attacke im Krankenhaus gestorben. Die Tat hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Der 20 Jahre alte Angeklagte muss sich außerdem wegen schwerer Körperverletzung in einem anderen Fall verantworten.

Unklar blieben bislang die Hintergründe der Tat. "Ich habe den Baseballschläger genommen, ohne dass ich irgendwas gedacht habe. Dann bin ich zu ihm hin und habe den ersten Schlag gemacht", sagte der 19-Jährige. Warum er dies tat, daran könne er sich nicht erinnern. Die Angeklagten waren in der Nacht gemeinsam in einer Diskothek und hatten dort erhebliche Mengen Alkohol getrunken und Drogen genommen.

Als sie in den frühen Morgenstunden auf den Jahrmarkt zurückkehrten, bemerkten sie den 38-Jährigen. Er sammelte Pfandflaschen auf. Zum Ablauf der Tat äußerten sich die Angeklagten widersprüchlich: Der 19-Jährige gab an, gemeinsam mit seinem Freund den Baseballschläger geholt und auf das Opfer grundlos eingeschlagen zu haben. Der 20-Jährige sagte, sein Begleiter habe die Keule geholt. Er sei mitgegangen und habe den bereits blutenden Mann ebenfalls attackiert. Nach der Tat hätten sie einen Streifzug durch die Stadt gemacht und Geld gesucht.

Zum Prozessauftakt waren neben den Verwandten nur wenige Zuhörer gekommen. Die Mutter des Opfers tritt als Nebenklägerin auf. "Ich tue es für meinen Sohn und für mich", sagte sie. Der Prozess wird fortgesetzt.