Mordprozess in Tansania: Todesstrafe für Deutsche? - DER SPIEGEL
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Mordprozess in Tansania Todesstrafe für Deutsche?

Muss die Deutsche Kerstin Cameron sterben, weil sie in Tansania ihren Mann erschossen haben soll? In dem ostafrikanischen Staat hat der Prozess gegen die 40-Jährige begonnen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Arusha - Durch einen Schuss in den Kopf soll Kerstin Cameron am 5. Juli 1998 ihren aus Neuseeland stammenden Ehemann Cliff ermordet haben. Sie bestreitet die Tat jedoch. Die Angeklagte beruft sich unter anderem auf mehrere Polizeibefunde, die für einen Selbstmord sprechen. Die vierfache Mutter war im vergangenen Mai überraschend festgenommen worden, nachdem die Ermittlungen zum Tod ihres Mannes bereits abgeschlossen waren. Seitdem wartete sie in der Stadt nahe der kenianischen Grenze auf ihre Verhandlung. Wird Kerstin Cameron schuldig gesprochen, droht ihr nach tansanischem Gesetz die Todesstrafe.

Cliff Cameron, der gemeinsam mit seiner Frau eine Charterflug-Gesellschaft sowie eine Farm geführt hatte, hatte sich mit einer Minengesellschaft verspekuliert und hoch verschuldet. Zeugen berichten, er sei depressiv geworden und habe seinen Selbstmord angedroht. Die in Neuseeland lebenden Angehörigen des Getöteten wollten sich nicht mit dem Ermittlungsergebnis abfinden. Sie drängten auf die Wiederaufnahme der Untersuchungen.

Nach einer ersten Anhörung im vergangenen Dezember sahen die Richter keinen weiteren Verhandlungsbedarf. Die Staatsanwaltschaft drängte jedoch auf die Weiterführung des Prozesses. Mit einem Urteil wird bis zum Ende der Woche gerechnet.