Mordprozess Tom und Sonja Weinkrämpfe bei Stress
Aachen - Intelligent, labil, jähzornig. So wirkte der mutmaßliche Mörder von Tom und Sonja, Markus Wirtz, in der Beschreibung seines früheren Chefs. Der Industrie-Elektroniker sei "fachlich versiert" gewesen, sagte sein ehemaliger Vorgesetzter heute im Zeugenstand.
Gegenüber Kollegen habe er aber immer wieder Wutausbrüche gehabt, auch habe Wirtz unter seinen Minderwertigkeitskomplexen gelitten. Stand der 28-Jährige unter Stress, so sein früherer Chef, sei er häufig in Weinkrämpfe ausgebrochen. Ein Gutachter erklärte in derselben Verhandlung, Markus Wirtz sei überdurchschnittlich intelligent.
Der zweite Angeklagte, Markus Lewendel, soll als Hausmeister seine Macht gegenüber den Hausbewohnern ausgespielt haben. Eine Mitarbeiterin der Hausverwaltung sagte in der Befragung, Lewendel habe sich sofort an die Verwaltung gewandt, wenn er sich im Streit mit den Mietern nicht durchsetzen konnte. Wegen der dauernden Querelen sei er schließlich als Ansprechpartner für die Bewohner abgelöst worden.
Wirtz und Lewendel hatten in den ersten Verhandlungstagen gestanden, gemeinsam die Kinder Tom und Sonja entführt und ermordet zu haben. Das Urteil soll am 8. Dezember gefällt werden.