Mosambik Wettlauf gegen die Zeit
Maputo/Berlin - Nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP), das für die Steuerung zuständig ist, werden täglich etwa 125 Tonnen Lebensmittel zu den 250.000 Hochwasser-Geschädigten in den Auffanglagern geflogen. Insgesamt waren es bisher 1400 Tonnen. Inzwischen sind auch US- Soldaten vor Ort. Die befürchteten neuen Regenfälle blieben bis Dienstagnachmittag aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte unterdessen, im Katastrophengebiet sei Malaria auf dem Vormarsch.
Auch die Bundeswehr ist jetzt mit vier Transporthubschraubern im Katastrophengebiet präsent. Die Maschinen des Typs Bell UH-1D landeten am Dienstag auf dem Flugplatz von Beira. Von dort aus fliegen bereits seit Montag drei Helikopter des Bundesgrenzschutzes (BGS) Versorgungsflüge in das vom Hochwasser heimgesuchte Mündungsgebiet des Rio Save. Auf dem Hinflug transportieren sie Hilfsgüter, auf dem Rückweg Verletzte, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin.
Am Dienstag trafen auch die Amerikaner mit einem Vorauskommando in der Hauptstadt Maputo ein. Sie sollen ebenfalls von der Stadt Beira aus operieren. Die Amerikaner werden in den nächsten Tagen elf Herkules-Maschinen, drei Tanker-Flugzeuge für Hubschrauber, sechs Helikopter und 500 bis 600 Mann in Mosambik einsetzen. Es wird das größte ausländische Kontingent in dem Katastrophengebiet sein.
Die Meteorologen hatten für Dienstag und Mittwoch starke Regenfälle im Süden Mosambiks und im zentralen Teil des Landes vorhergesagt. Bis Dienstagnachmittag blieb der Regen in den Hochwassergebieten jedoch aus. Neue Niederschläge würden die Rettungsarbeiten erheblich erschweren. Auch Epidemien sind bislang in dem befürchteten Ausmaß nicht aufgetreten. Nach Einschätzung des Auswärtigen Amtes hielten sich die bekannt gewordenen Cholera-Fälle bislang in dem für die Gegend jahreszeitlich üblichen Rahmen.
Nach Angaben der WHO wurden aber allein in Hauptstadt Maputo seit Anfang des Jahres 22.000 Malaria-Fälle registriert, nach 9500 Fällen im selben Zeitraum des vergangenen Jahres. Auch die Zahl der Durchfallerkrankungen steige, sagte ein Sprecher in Genf, ohne konkrete Zahlen nennen zu können.
Das Kinderhilfswerk Unicef will in den nächsten Tagen eine groß angelegte Impfkampagne starten. Alle Kinder unter fünf Jahren sowie Frauen im gebärfähigen Alter sollen gegen Masern und Hirnhautentzündung geimpft werden, sagte eine Sprecherin in Genf. Problematisch sei es vor allem, sicherzustellen, dass die Impfseren gekühlt bis zu den Impfzentren transportiert werden.