Mosambik Wettlauf gegen die Zeit beginnt
Johannesburg - Die genaue Zahl der Menschen, die in Mosambik ihre Häuser verloren hätten, sei nur schwer zu schätzen, sagte der Präsident von Mosambik, Joaquim Alberto Chissano, am Mittwoch in Maputo. Anschließend brach er zu einer Reise in die Überschwemmungsgebiete auf. Der Präsident bat die internationale Gemeinschaft um Hilfe. Durch die schweren Regenfälle und die Überflutung sind in den vergangenen drei Wochen hunderte von Menschen ums Leben gekommen. Viele verbrachten eine weitere Nacht auf Dächern, Bäumen und Strommasten. Wenn sie nicht schnell mit Hubschraubern gerettet würden, werde es weitere Tote geben, sagte Chissano. Das Wasser werde schnell weiter steigen.
Seit Sonntag wurden offiziellen Angaben zufolge vor allem durch Hubschrauber der südafrikanischen Streitkräfte rund 4000 Menschen aus den Überschwemmungsgebieten um die Stadt Xai-Xai am Fluss Limpopo und aus der Umgebung des Flusses Incomati gerettet. Hilfsorganisationen warnten vor drohenden Epidemien wie Cholera und Malaria.
Am Sonntag war der Limpopo nach erneuten schweren Regenfällen über die Ufer getreten und hatte den Bezirk Chokwe nördlich der Hauptstadt Maputo überschwemmt. Flüsse sind zu 20 Kilometer breiten Strömen angeschwollen, ganze Landstriche haben sich in Wasserwüsten verwandelt. Die Unwetter in der Region halten schon seit Wochen an. Weitere Flutwellen wurden aus den Nachbarländern Botswana und Simbabwe erwartet. Im Bezirk Xai-Xai wurde am Donnerstag mit einer neuen Flutwelle gerechnet.
Unterdessen kündigten die USA weitere Lebensmittelhilfen im Wert von sieben Millionen Dollar (14 Millionen Mark) sowie drei Millionen Dollar für andere Hilfsleistungen an.
Mosambiks Präsident Joaquim Chissano, das Welternährungsprogramm (WFP) und andere Hilfsorganisationen wie die Welthungerhilfe haben dringende Hilfsappelle an die internationale Gemeinschaft gerichtet. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul will bei den Geberländern darauf dringen, dass der für Mosambik geplante Schuldenerlass vorgezogen wird. Die Bundesrepublik werde dem Land,
das zu den ärmsten der Welt gehört, bilaterale Schulden in Höhe von 62 Millionen Mark erlassen, teilte die Ministerin in Berlin mit.
Spendenkonten haben eingerichtet:
Unicef - Stichwort: Mosambik, Kontonummer 300 000, Deutsche Bank
Köln, BLZ 370 700 60
Medico international - Stichwort: Mosambik, Kontonummer 1800,
Stadtsparkasse Frankfurt, BLZ: 500 502 01.