Moshammers Begräbnis "Feierlich - aber nicht pompös"
München - Der Mahagoni-Sarg werde mit weißen Lilien und roten Nelken geschmückt sein, sagte der Geschäftsführer des beauftragten Bestattungsinstituts, Karl Denk, heute. Der Modemacher soll an der Seite seiner 1993 gestorbenen Mutter in einem Mausoleum auf dem Münchner Ostfriedhof beigesetzt werden.
Die Trauerfeier in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz, dem ehemaligen Gotteshaus der bayerischen Könige, wird angesichts des zu erwartenden Ansturms auf einer Leinwand nach draußen übertragen werden. Die Kirche biete Platz für 400 geladene Gäste, es würden aber mehrere Hundert weitere Besucher erwartet, sagte Bestattungsunternehmer Denk. Als Trauermusik seien unter anderem Teile aus Mozarts "Requiem" ausgewählt worden. "Das hat er damals für seine Mutter ausgesucht, und man weiß, dass er das ähnlich haben wollte."
Nach dem Gottesdienst werde der Leichenwagen in einem Konvoi zum Ostfriedhof fahren und dabei kurz vor Moshammers Modegeschäft stoppen. Am Friedhof werde eine Bläserkapelle aus Bad Tölz einen Choral spielen, am Grab ein Jagdhornbläser zum Abschied blasen. "Es wird feierlich - aber nicht pompös", betonte Denk.
Entgegen Presseberichten werde Moshammer nicht öffentlich aufgebahrt. Den Gottesdienst wollen der evangelische Pfarrer aus Grünwald, Christian Stalter, und der katholische Monsignore Hermann Streber halten. Moshammer habe ihn des Öfteren um seelsorgerische Betreuung gebeten, sagte Streber. Unter anderem habe er Moshammers Gaststätte "Hundskugel" gesegnet und an Allerheiligen für Moshammers Mutter am Grab ein Gebet gesprochen. Moshammer war evangelisch, trat jedoch aus der Kirche aus. "Wir sehen eine kirchliche Trauerfeier für Herrn Moshammer als gerechtfertigt an, ein Gottesdienst ist auch für die Hinterbliebenen und Freunde", sagte der Sprecher der evangelischen Kirche in Bayern, Michael Mädler.
Moshammer war in seinem Haus im Nobelvorort Grünwald erdrosselt aufgefunden worden. Er hatte seinen mutmaßlichen Mörder, den Iraker Herisch A., am Donnerstagabend am Münchner Hauptbahnhof angesprochen und in seinem Auto mitgenommen. Offenbar nahm der 25-Jährige seinem Opfer mehrere Hundert Euro ab. Da die Polizei bei seiner Festnahme nur 50 Euro fand, sei davon auszugehen, dass der Mann das Geld verspielt habe, teilten die Ermittler heute mit. Der Iraker gilt als spielsüchtig. Die Polizei war dem Mann bereits zwei Tage nach der Tat durch eine DNS-Analyse auf die Spur gekommen.
Testament: Teil des Vermögens geht an Obdachlose
Nach ersten Informationen soll Moshammer einen Teil seines Vermögens an Obdachlose vererbt haben. In Vermächtnissen seien auch gemeinnützige Organisationen bedacht, sagte der Präsident des Amtsgerichts München, Gerhard Zierl, heute. Weitere Einzelheiten wollte er unter Hinweis auf den Datenschutz nicht nennen. Das Vermögen Moshammers, der hoch dotierte Werbeverträge mit großen Unternehmen abgeschlossen hatte, wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt.
Laut dem Testament ist alles für ein sorgenfreies Leben der Yorkshire-Terrier-Dame Daisy vorbereitet. Moshammers langjähriger Chauffeur hat bereits angekündigt, er werde sich weiter um die Hündin kümmern. Bei der Polizei hatten sich Tierfreunde aus dem gesamten Bundesgebiet gemeldet und angeboten, Daisy ein neues Zuhause zu geben.