Moskau Flugzeuge sollen Schneewolken vertreiben
Moskau - Der winterliche Schneefall auf Moskau lasse sich durch den gezielten Einsatz von flüssigem Stickstoff, Trockeneis und Sprengpatronen um ein Fünftel reduzieren, berichtete die Zeitung "Komsomolskaja Prawda" unter Berufung auf das Zentrale Institut für Aerologie in Moskau. Da die Schneemassen nicht nur der Bevölkerung das Leben schwer machen, sondern die Stadt auch Winter für Winter Millionensummen für das Säubern der zugeschneiten Straßen ausgeben muss, sollen künftig Flugzeuge dem weißen Treiben ein Ende bereiten. Durch das Versprühen von Chemikalien ließen sich die Wolken vertreiben. Nach dem Bericht soll die Stadt durch das Verfahren auch noch Geld sparen. Trotzdem stehe eine konkrete Zusage noch aus.
Die Technologie stamme aus der Zeit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor 15 Jahren, als eine radioaktive Verseuchung von Wolken verhindert werden musste, berichtete der Institutsleiter Albert Tschernikow.
In Russland werden die speziellen Wetter-Flugzeuge bereits heute eingesetzt, um am 1. Mai und anderen wichtigen Feiertagen Regenwolken von der Hauptstadt fern zu halten.
Auch in den USA arbeiten Wissenschaftler an dem Einsatz von Chemikalien, mit denen sich Wolkenmassen in riesige Schleimhaufen verwandeln lassen. Die Amerikaner forschen daran, gigantische Regenwolken eines aufziehenden Hurrikans durch Pulverbomben aufzulösen, berichtete SPIEGEL-TV im Dezember.