Moskau Polizei befreit drei Geiseln, nimmt Kidnapper fest
Moskau - Wie ein Polizeisprecher sagte, blieben die Geiseln unversehrt. Einer der Brüder nahm sich das Leben, der andere wurde festgenommen. Die in Solnetschnogorsk, nördlich von Moskau, stationierten Zwillingsbrüder Aleksandr und Dmitrij Oparin hatten sich nach ihrer Flucht aus der Kaserne in einem Wohnhaus am Rande der Stadt Dmitrow, 60 Kilometer nördlich von Moskau, verschanzt. Nach Angaben der Einsatzleitung vor Ort hatten die Deserteure unter anderem eine ältere Frau in ihrer Gewalt.
Zu dem Schusswechsel mit der Polizei war es laut Interfax gekommen, nachdem Sicherheitsbeamte die desertierten Männer in einem Café der Stadt Solnetschnogorsk entdeckt hatten. Vor dem Lokal "Dserschinskoe" hätten zwei Fähnriche versucht, die Zwillingsbrüder festzuhalten. Sie wurden daraufhin von den Soldaten erschossen.
Die aus Tscheljabinsk stammenden Geiselnehmer hatten bereits eineinhalb Jahre ihrer zweijährigen Militärzeit hinter sich gebracht. Bevor sie flüchteten, hatten sie in der Kaserne mehrere Sturmgewehre und Munition an sich gebracht.
Wie "Ria Nowosti" meldet, hatten die Geiselnehmer keine Forderungen gestellt. Das Wohnhaus war von der Polizei umstellt worden. Man habe mehrfach versucht, Kontakt aufzunehmen, sagte ein Sprecher des Einsatzstabes der Nachrichtenagentur. Die Geiselnehmer hätten daraufhin allerdings das Feuer auf die Unterhändler eröffnet. Die Beamten des Einsatzkommandos hielten es für möglich, dass die Deserteure alkoholisiert seien oder unter Drogeneinfluss stünden.
In der estnischen Hauptstadt Tallin endete derweil eine Geiselnahme tödlich. Eine Polizistin war im Stadtteil Oismae von einem Mann, der Sprengstoff am Körper trug, in einen Polizeibus gedrängt worden. Bei der anschließenden Explosion starben die Frau, der Täter und drei Beamte. Die Behörden machten zunächst keine Angaben zum Motiv des Geiselnehmers. Im estnischen Fernsehen schloss Polizeidirektor Robert Antropov einen terroristischen Hintergrund zunächst nicht aus. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf und vermutet vorerst privaten Streit, wie ein Sprecher sagte. Die Geiselnahme habe nur wenige Sekunden gedauert.