Schwefelwasserstoff-Plage Moskau riecht nach faulen Eiern
Moskau - Gestank nach faulen Eiern in Moskau: Obwohl die Schwefelwasserstoff-Konzentration in der russischen Hauptstadt am Montag mehr als eineinhalb Mal höher war als erlaubt, gab es für die Behörden zunächst offenbar keinen Grund zur Besorgnis. Der Gestank sei "nicht gefährlich, aber wer ihn nicht mag, kann die Fenster schließen", sagte ein Sprecher des Katastrophenschutzministeriums.
Als im Internet Fotos und Videos auftauchten, die dichten Nebel über einigen Stadtvierteln zeigen und sich immer mehr Moskauer in den Netzwerken bitter beklagten, berief das Ministerium am Montagabend eine Untersuchungskommission ein.
Meteorologen gehen davon aus, dass der Gestank bis Dienstagnachmittag anhalten wird. "Wir erwarten für morgen Ostwind, deshalb werden sich die Gerüche des Schwefelwasserstoffs und seiner Zusätze zunächst an der Erdoberfläche halten", sagte ein Kommissionsmitglied der Nachrichtenagentur Ria Novosti zufolge.
Als Urheber der Schwefelwasserstoff-Plage wurde die Raffinerie Moskowski ausgemacht. Jetzt soll der Staatsanwalt ermitteln, ob es zu Versäumnissen gekommen ist und Sicherheitsstandards verletzt wurden. Zu Beginn hatten die Behörden noch erklärt, der schwache Wind könne die Belastung hervorgerufen haben.
Am Abend betonte der Stellvertretende Vorsitzende des Ministeriums für Katastrophenschutz, Wladimir Stepanow: "Es besteht keinerlei Gefährdung für die Bevölkerung. Die Situation ist unter Kontrolle."
Schwefelwasserstoff ist ein brennbares, durchsichtiges und hochgiftiges Gas, das mit dem Gestank von faulen Eiern einhergeht.