Moskau: "Zombie-Tauben" verängstigen Einwohner - DER SPIEGEL
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Abnormes Verhalten "Zombie-Tauben" verängstigen Moskaus Einwohner

Sie laufen wie irre im Kreis, verdrehen den Kopf, ignorieren Autos und Fußgänger, sterben schließlich qualvoll: Eine Krankheitswelle hat Moskaus Tauben erfasst und macht vielen Einwohnern der Stadt Angst. Offizielle jedoch schimpfen über die "dummen Vögel".
Eine Taube über Moskau (Archivbild): Sterbende Vögel auf den Straßen der Stadt
Eine Taube über Moskau (Archivbild): Sterbende Vögel auf den Straßen der Stadt

Eine Taube über Moskau (Archivbild): Sterbende Vögel auf den Straßen der Stadt

Foto: ALEXANDER ZEMLIANICHENKO/ AP
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Tauben gehören in Moskau zum alltäglichen Stadtbild. Überall in der Stadt begegnet man den Vögeln, die ständig auf Nahrungssuche zu sein scheinen. Doch seit einigen Tagen machen sich immer mehr Bewohner der russischen Hauptstadt Sorgen um und wegen der Vögel. Einige bezeichnen sie sogar als Zombie-Tauben.

Der Grund für die Aufregung ist ein rätselhaftes Taubensterben. In einer auf Vögel spezialisierten Moskauer Tierklinik beispielsweise habe man in den letzten Wochen Dutzende verendete Tauben untersucht, berichtet "Radio Free Europe ".

Was die Menschen in Moskau aber noch mehr irritiert als die toten Tauben, ist das merkwürdige Verhalten betroffener Tiere, bevor sie sterben. In einem Filmbeitrag der russischen "Lifenews " sind Tauben zu sehen, die ständig im Kreis oder rückwärts laufen, ihre Köpfe unnatürlich auf den Rücken verdrehen oder ihren Kopf auf den Boden drücken.

Weitere Berichte sprechen davon, die Vögel würden in eine Art Agonie verfallen. Statt, wie sie es sonst tun, vor herannahenden Autos oder Passanten zu fliehen, würden sie einfach still stehenbleiben und überhaupt nicht beachten, was um sie herum passiert. Auf Twitter bezeichnete ein Moskowiter die Ereignisse als "Vogel-Apokalypse".

Zerstörtes Verdauungssystem

Über den Grund für das merkwürdige Verhalten der Tiere wurde zunächst nur spekuliert. Es könnte sich um die Newcastle-Krankheit handeln, hieß es zunächst, eine Viruserkrankung, die auch auf den Menschen übertragen werden kann. Anders als bei Vögeln verläuft die Krankheit beim Menschen jedoch nicht tödlich, sondern kann laut Wikipedia  nur eine Bindehautentzündung hervorrufen.

Zwischenzeitlich aber haben Moskaus Veterinärmediziner Entwarnung gegeben und erklärt, nicht die Newcastle-Krankheit, sondern eine Salmonelleninfektion  habe die Vögel erkranken lassen. Die Tiere würden langsam und in Agonie sterben, während die Krankheit ihr gesamtes Verdauungssystem zerstört, erklärt Veterinär Gella Konowalow.

"Eine Plage"

Der Chef der russischen Verbraucherschutzbehörde, Gennadij Onischenko, hat für die leidenden Vögel allerdings kein Mitleid. Sie gehörten "zu den schmutzigsten und dümmsten Vögeln, die es gibt", sagte er gegenüber "Radio Free Europe".

In dieselbe Kerbe schlägt auch Wiktor Charlaschin, der Präsident der Taubenzüchterorganisation "Russische Tauben". Nach seiner Meinung sind die von der Krankheit betroffenen Felstauben, die erst 1957 in Moskau angesiedelt wurden, "eine Plage". Sie würden sich "wie verrückt vermehren" und seien für viele Krankheiten anfällig, die Zuchttauben nichts anhaben könnten. Deshalb, so Charlaschin, "müssen sie alle zerstört werden".

mak