Moskauer Mode: Unter der Schamgrenze - DER SPIEGEL
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Moskauer Mode Unter der Schamgrenze

Zeitgeschichte spiegelt sich immer in der Mode wider. So ist es kein Wunder, dass die Designerkreationen der jüngsten Zeit Krieg und Terror ausdrückten. Nun überraschten russische Newcomer mit gewagten Kreationen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Dass die Ausschnitte der Haute-Couture-Kreationen manchmal bis zur Schamgrenze reichen, ist ja nichts neues. Doch so freizügig schneidern die Designer selten

Dass die Ausschnitte der Haute-Couture-Kreationen manchmal bis zur Schamgrenze reichen, ist ja nichts neues. Doch so freizügig schneidern die Designer selten

Foto: REUTERS
"Vorwärts immer, Rückwärts nimmer" sagte einst Erich Honecker. Doch dass ein Moskauer Modemacher dieses Motto neun Jahre nach Honeckers Tod und 13 Jahre nach der Auflösung der DDR so umsetzen würde, hatte sich der ehemalige Staatschef sicherlich nicht vorgestellt

"Vorwärts immer, Rückwärts nimmer" sagte einst Erich Honecker. Doch dass ein Moskauer Modemacher dieses Motto neun Jahre nach Honeckers Tod und 13 Jahre nach der Auflösung der DDR so umsetzen würde, hatte sich der ehemalige Staatschef sicherlich nicht vorgestellt

Foto: REUTERS
Der russische Designer Denis Simachev schickte im Januar ein Model im Stil eines Sondereinsatzkommandos auf den Laufsteg bei den Pariser Fashionshows

Der russische Designer Denis Simachev schickte im Januar ein Model im Stil eines Sondereinsatzkommandos auf den Laufsteg bei den Pariser Fashionshows

Foto: REUTERS


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Schwere Stiefel, düstere Farben, derbe Stoffe - so hatten in jüngerer Zeit viele Designer ihre Models auf die Laufstege geschickt. Auch die russischen Modeschöpfer machten da keine Ausnahme.

Noch im Winter zeigte Denis Simachev eine besonders bizarre Kreation: Einen mit Gesichtsmaske vermummten Mann, der verdächtig an das Sondereinsatzkommando erinnerte, das nach der tagelangen Massengeiselnahme in einem Moskauer Theater im vergangenen Oktober eingesetzt wurde. Bei der Befreiungsaktion, bei der die Behörden Gas einsetzten, starben mindestens 129 Geiseln, 41 der tschetschenischen Rebellen wurden getötet.

Nun haben Russlands Designer den Schock möglicherweise überwunden. Bei der Sommerschau in der Hauptstadt an der Moskwa, die in der vergangenen Woche stattfand, dominierte viel Haut die Szene.