Mount Merapi Beten gegen den Vulkanausbruch
Auf Java machen Gerüchte die Runde, dass der Merapi in den nächsten Tagen ausbrechen wird. Die Behörden bestätigten das nicht: Die Lage sei weiterhin gefährlich, es gebe aber keine Hinweise auf eine akute Gefahr. Trotzdem sind die Menschen beunruhigt und hoffen nun auf Hilfe von oben. Am Freitag beteten Muslime, Christen und Buddhisten dafür, dass die Insel von einem Vulkanausbruch verschont bleibt.
Und sie erinnern sich an alte spirituelle Bräuche. Eine besondere Rolle spielte dabei die Freitagnacht. Im Kalender von Java wird sie Kliwon genannt, eine Art Freitag der 13., bei der die Geister nachts herauskommen. Die Menschen versuchten sie mit Geschenken zu besänftigen. Die Gaben gruben sie in ihren Gärten ein: etwa Bananen und Reis oder Kekse und Knoblauch. Andere hängten Amulette an ihre Haustüren.
In Indonesien glauben viele, dass die Naturkatastrophen Tsunami, Erdbeben und jetzt der drohende Vulkanausbruch ein Zeichen Gottes sind. Ahmed Syafi, früherer Vorsitzender der zweitgrößten moslemischen Organisation in Indonesien sagte der Zeitung "Jakarta Post": "Es ist wie der Zorn des Universums, weil wir miteinander in Konflikt leben." Beispiele dafür - wie die bewaffneten Auseinandersetzungen in Aceh - gebe es in mehreren Regionen.
sac/reuters