München: Lokalverbot für Rabin-Enkelin - DER SPIEGEL
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München Lokalverbot für Rabin-Enkelin

Ein Münchner Gastwirt soll Noa Ben Artzi, Enkelin des ermordeten israelischen Ministerpräsidenten Jizchak Rabin, den Zutritt zu einer Benefizveranstaltung verwehrt haben. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt.
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München - Die Israelitische Kultusgemeinde spricht von einem beschämenden Vorfall, der untersucht werden müsse. Der Wirt des Lokals "Y Julieta" hatte Zeugen zufolge der 24-jährigen Noa Ben Artzi die Teilnahme an einer Benefizveranstaltung in seinem Gasthaus verweigert. Er soll gesagt haben, er wolle nichts mit jüdischen Leuten zu tun haben. Die Staatsanwaltschaft München hat Ermittlungen aufgenommen.

Noa Ben Artzi sagte am Montag im israelischen Rundfunk, für sie sei der Vorfall "schockierend und sehr unangenehm" gewesen. Sie habe aber gemeinsam mit den Veranstaltern sehr schnell einen neuen Versammlungsraum gefunden. Sie vertrat die Auffassung, dass es sich um ein "nicht häufiges Ereignis" in Deutschland handle.

Die Präsidentin der Israelischen Kultusgemeinde in München, Charlotte Knobloch, sagte, München dürfe nie wieder zu einem Ort der Intoleranz verkommen. Sie zeigte sich besonders empört, dass der Wirt die Veranstaltung der Enkelin des Friedensnobelpreisträgers Rabin mit einer Kundgebung der rechtsextremen DVU verglichen habe.

In jüngster Zeit würden Antisemiten in Deutschland immer ungehemmter ihrer Judenfeindschaft freien Lauf lassen, sagte Knobloch. Sie forderte die Gesellschaft auf, endlich aufzuwachen, ehe es zu spät sei. Erziehung zu Toleranz sowie Abwehr fremdenfeindlicher, rassistischer und antisemitischer Kundgebungen seien unumgänglich.