Münchner Korruptionsskandal: Wildmoser junior angeklagt - DER SPIEGEL
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Münchner Korruptionsskandal Wildmoser junior angeklagt

In der Korruptionsaffäre um den Bau des neuen Münchner Fußballstadions ist Anklage gegen Karl-Heinz Wildmoser junior erhoben worden. Der ehemalige Geschäftsführer des TSV 1860 soll fast drei Millionen Euro Schmiergeld kassiert haben.
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München - Die Staatsanwaltschaft wirft dem 40-jährigen Wildmoser Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung vor. Der Prozess gegen den ehemaligen Manager der Stadion-Betreibergesellschaft soll noch in diesem Jahr beginnen, teilte die Anklagebehörde mit.

Nach dem Abschluss der Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass sich Wildmoser für 2.812.094 Euro Schmiergeld von einer Baufirma kaufen ließ. Ein entsprechender Schaden sei dadurch der Betreiberfirma der Allianz Arena entstanden. Nach Auffassung der Ermittler hat Wildmoser der Baugesellschaft Alpine verraten, dass die Münchner Vereine FC Bayern und TSV 1860 als Bauherren maximal 280 Millionen Euro für das Stadion ausgeben wollten. Mit diesem Wissen hatte die Firma deutliche Vorteile bei der Auftragsvergabe.

Mitangeklagt ist ein Schulfreund Wildmosers, dem Beihilfe und Steuerhinterziehung zur Last gelegt werden. Über Auslandskonten soll das Schmiergeld an Wildmosers Freund geflossen sein, der einen Teil des Geldes an eine Immobilienfirma in Dresden weitergeleitet haben soll. Diese Firma gehört den Wildmosers. Während Wildmoser junior seit seiner Festnahme am 9. März in Untersuchungshaft sitzt, wurde der Haftbefehl gegen seinen Vater, den ehemaligen 1860-Präsidenten Wildmoser senior, sowie gegen den Schulfreund außer Kraft gesetzt.

In der neu errichteten Allianz-Arena soll das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 stattfinden.