Museumsdebakel: Tollpatsch zerdeppert unbezahlbare Vasen - DER SPIEGEL
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Museumsdebakel Tollpatsch zerdeppert unbezahlbare Vasen

Schuld war nur der Schnürsenkel: In Cambridge hat sich ein Museumsbesucher in seinen Schuhbändern verfangen und ist eine Treppe hinuntergekullert. Auf dem Weg nach unten riss er drei jahrhundertealte chinesische Vasen zu Boden. Einziger Trost: Mit seinem Fehltritt ist er nicht allein.
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Cambridge - Die Vasen stammten aus der Qing-Dynastie, aus dem späten 17. oder dem frühen 18. Jahrhundert, und gehörten zu den bekanntesten Objekten des Fitzwilliam-Museums. 40 Jahre lang hatten die Kunstwerke unbeschadet auf einer Fensterbank neben der Treppe gestanden.

Wer der Pechvogel ist, wurde nicht bekanntgegeben. Ein anderer Museumsbesucher hatte den Mann jedoch abgelichtet, wie er inmitten von Millionen Porzellanscherben zerknirscht auf dem Boden hockte.

Der Verlust der Vasen löste im Museum tiefe Bestürzung aus. "Ich bin hier seit 40 Jahren, und vor so etwas hat man immer Angst", sagte Direktor Duncan Robinson heute dem "Daily Telegraph" zu dem Vorfall, der sich bereits am Mittwoch ereignete. "Jetzt ist der Alptraum wahr geworden." Ob die unersetzlichen Stücke noch halbwegs zu retten sind, steht noch nicht fest. Museumsvize Margaret Greeves sagte zum Zustand der Vasen: "Sie sind in sehr, sehr kleine Stücke zerbrochen, aber wir sind entschlossen, sie wieder zusammenzufügen." Über den genauen Wert der Kulturschätze machte das Museum keine Angaben.

Sammelsurium der Tollpatsche

Der Pechvogel aus dem Museum ist mit seinem peinlichen Fehltritt nicht allein. Wie die britische Tageszeitung "Guardian" feststellte, passieren vielen Leuten ähnliche Missgeschicke: Leser berichten von zerbrochenen Kreuzen, gesplittertem Porzellan, ruinierter Kunst und einem toten Chihuahua.

"Ich habe das 'Victoria Cross' (Tapferkeitsmedaille, Anm. d . Red.) meines Vaters das Klo hinuntergespült, als ich noch klein war", berichtet ein Leser. Immerhin habe sein Vater das Kreuz in einem Second-Hand-Laden gekauft und nicht selbst verliehen bekommen.

Am Vortag habe sie, so schreibt eine Jane, ein unbezahlbares Erbstück einer guten Freundin zerbrochen. Es habe sich um einen kleinen Elfenbeinhund gehandelt, der seit Jahrhunderten im Besitz der Familie war. Sie habe ihn fallengelassen, "und ich kann ihre Stimme immer noch hören, wie sie entsetzt meinen Namen ruft", schreibt Jane. "Wir haben uns beide noch nicht davon erholt, aber ich hoffe, sie vergibt mir eines Tages."

Ein anderer Leser namens Daryl behauptet gar, er habe im Oktober 1965 das Kreuz des Hochaltars in Westminster Abbey zerbrochen. Er habe sich der mutwilligen Sachbeschädigung schuldig bekannt und sei daraufhin in eine Nervenheilanstalt eingewiesen worden.

Je kleiner der Schoßhund, desto vorsichtiger sollte der Besitzer sein, rät eine Sarah. "Der Vater meines Freundes hat sich auf den Hund seiner Partnerin gesetzt und ihn erdrückt", berichtet sie. Chihuahuas, die sich auf Sofas zusammenrollen, seien mitunter praktisch unsichtbar, schreibt sie.

Wein-Freunde brechen bei dieser Geschichte vermutlich in Tränen aus: "Ich habe meine Spaghetti Bolognese mit einer 200 Pfund teuren Flasche Wein verfeinert. Ups!", schreibt Harriet.