Australien: Krokodil beißt Mann nach Mutprobe - DER SPIEGEL
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Mutprobe in Australien "Man weiß doch, dass da Krokodile drin sind"

Alkohol, eine verwegene Behauptung und der Wunsch, eine Frau zu beeindrucken, haben einen Australier zu einer fragwürdigen Aktion veranlasst: Er sprang in einen Fluss mit Krokodilen - mit absehbaren Folgen.
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Die Einsicht kam spät, zu spät. Er habe eine Dummheit begangen, sagte Lee De Paauw aus Australien, nachdem er freiwillig in einen Fluss gesprungen war, in dem Krokodile leben. "Man weiß doch, dass da Krokodile drin sind."

Wenn man etwas zur Verteidigung des jungen Mannes anführen kann, dann wohl, dass er meinte, für die Aktion einen guten Grund zu haben. Er hatte kurz zuvor Sophie Paterson kennengelernt, eine Touristin aus Großbritannien. Gemeinsam trank man in einem Hostel in Innisfail im Norden von Queensland Tetrapak-Wein. Laut eigenen Angaben konsumierte der junge Mann zehn Becher.

Das dürfte für die folgenden Ereignisse nicht ganz unerheblich gewesen sein: Es entspann sich eine Diskussion darüber, ob eher Einheimische oder Touristen von Krokodilen gefressen würden. Touristen, behauptete De Paauw - und wurde aufgefordert, es zu beweisen.

Tatsächlich sprang er in den Johnstone River, dessen Krokodilpopulation bekannt ist. Prompt packte eines der Tiere den 18-Jährigen und zog ihn ein paar Meter mit sich. "Da habe ich ihm auf die Nase gehauen", sagte er. Aber erst, als er einen Schlag auf die Augen des Tieres gelandet habe, sei er freigekommen. Schwer am linken Arm verletzt, rettete sich der Mann ans Ufer. Er erlitt zwei Knochenbrüche und tiefe Fleischwunden. Zunächst befürchteten die behandelnden Ärzte sogar, der Arm müsse amputiert werden.

"Es ist nichts lustig daran, sein Leben zu riskieren"

In Interviews mit australischen Medien erklärte der junge Mann seine Beweggründe. Die hübsche Touristin habe es ihm angetan. "Das war es wert. Sie ist wunderschön, fürsorglich und liebenswürdig." Paterson habe ihm versprochen, mit ihm auszugehen.

Ob das Rendezvous tatsächlich zustande kommt, ist allerdings fraglich. Sie müsse schauen, ob ihr Terminkalender - sie wolle in Australien arbeiten - Zeit für ein Date lasse, sagte Paterson.

Sie war von der Aktion keinesfalls angetan, wie sie einem australischen TV-Sender sagte. "Ich müsste schon sehr seltsam sein, um mich davon beeindrucken zu lassen", sagte sie. "Es ist nichts lustig daran, sein Leben zu riskieren." Sie habe noch nie jemanden so schreien gehört. "Er hatte offensichtlich große Schmerzen. Es war die nackte Panik."

Ob er verstehe, dass viele ihn für eine der dümmsten Personen des Landes hielten, wurde De Paauw in einem Interview gefragt - und bejahte. Was er darauf entgegne? "Keine Ahnung, ich wollte einfach meine Theorie beweisen."

Das Krokodil soll nun mit einer Falle gefangen werden. Er wolle nicht, dass dem Tier etwas angetan werde, sagte De Paauw. "Ich möchte, dass es ein glückliches Leben hat."

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ulz/Reuters