MUSIKINDUSTRIE Mutter Courage
Der Fall erregte 2005 in den USA nicht nur die Internet-Nutzer: Der Verband der US-Musikindustrie Recording Industry Association of America (RIAA) verklagte damals - neben über 10 000 anderen Internet-Nutzern - eine Frau wegen angeblicher Copyright-Verletzungen. Tanya Andersen habe sich, so der Vorwurf von RIAA, illegal Gangsta-Rap heruntergeladen. Andersen, alleinerziehende Mutter und körperlich behindert, bestritt die Vorwürfe - unterstützt von einer Flut sympathisierender Internet-Nutzer. Sie wehrte sich und reichte Gegenklage ein. Unter anderem wegen Betrugs, Eingriffs in die Privatsphäre, elektronischen Hausfriedensbruchs und Rechtsmissbrauchs. Die RIAA reagierte mit Vorladung der zehnjährigen Tochter. Nun hat der Verband - wohl aus Furcht vor Gegenklagen - seine Klage gegen Andersen zurückgezogen. Aus dem Schneider ist die RIAA damit nicht: Weitere Gegenklagen sind bereits eingereicht.