Mamma mia: Promi-Mütter und ihre Kinder
Blumen nicht vergessen Alles Gute zum Muttertag!
Weiße Nelken. Das waren die Lieblingsblumen von Anna Jarvis' Mutter. Und wenn es Anna Jarvis' Mutter nicht gegeben hätte, dann hätte es vielleicht auch nie einen Muttertag gegeben. Der Frauenrechtlerin aus den USA kam im Jahr 1907 der Gedanke, auf das harte Leben von Frauen aufmerksam zu machen und ihre Mutter zu ehren, die zwei Jahre vorher am zweiten Sonntag im Mai gestorben war.
1908 fand in der Methodistenkirche von Grafton, im US-Bundesstaat West Virgina, die erste öffentliche Muttertagsfeier statt. Jarvis kaufte große Mengen weißer Nelken und verteilte sie in der Kirchengemeinde. Die Frauenrechtlerin schrieb zudem Politiker und Journalisten an, auch an das Weiße Haus sandte sie einen Brief. Jarvis forderte einen Festtag für alle Mütter. "Schafft den Ehrentag der Mutter - setzt diesen Frauen ein unvergängliches Denkmal", hatte sie damals gesagt.
Doch erst 1914 führte der damalige US-Präsident Woodrow Wilson auf Wunsch des Kongresses den zweiten Sonntag im Mai als nationalen Ehrentag für Mütter ein.
1923 kam der Muttertag nach Deutschland
Die Idee gelangte bald darauf nach Europa - zunächst nach England, Skandinavien und in die Schweiz. Den ersten deutschen Muttertag gab es im Jahr 1923, organisiert ausgerechnet vom "Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber". Die Nationalsozialisten nutzten den Tag für ihre Propaganda - etwa durch das Verleihen des "Ehrenkreuzes der Deutschen Mutter" an kinderreiche Frauen.
Doch auch schon bevor der Muttertag von den USA nach Europa kam, wurde ein ähnliches Fest auf dem alten Kontinent gefeiert: Den "Mothering Day" gab es vor mehr als 350 Jahren in Großbritannien. Eine Chronik von 1644 berichtet, dass sich alljährlich am Mittfastensonntag Kinder und Enkel bei Mutter und Großmutter zusammenfanden, Geschenke mitbrachten und Kuchen aßen.
Im 20. Jahrhundert waren es vor allem die Blumengeschäfte, Juweliere und Süßwarenläden, die sich durch den Muttertag gute Geschäfte erhofften. Doch schnell flammte Kritik an der Kommerzialisierung des Festtags auf. Sogar Begründerin Anna Jarvis kritisierte den Kommerz rund um den Muttertag und wollte ihn wegen der Geschäftemacherei wieder abschaffen lassen.
Jarvis starb im Jahr 1948 arm und einsam in einem Altersheim. Ihren Aufenthalt dort konnte sie sich selbst nicht leisten. Es waren die Blumenhändler, die ihre Miete gezahlt hatten.