Mysteriös Bayerischer Bürgermeister spurlos verschwunden
Röckingen - Am Dienstag war der Außendienst-Mitarbeiter Erich Kunder mit seinem silbernen Mercedes unterwegs, beruflich. Auf seinem Terminplan stand eine Geschäftsbesprechung im baden-württembergischen Stödtlen-Regelsweiler. Wenn Kunder gerade nicht für das Elektrogroßhandels-Unternehmen unterwegs ist, ist er der Bürgermeister der bayerischen Gemeinde Röckingen. Seit 1990, ehrenamtlich. Ein Zeuge sagt, er habe den 51-Jährigen am Dienstag gegen 17 Uhr in der Nähe von Dinkelsbühl gesehen. Von dem Mann fehlt seither jede Spur.
Seine Frau hatte der Ortsvorsitzende der CSU angerufen und erklärt, sie solle ihn nicht vor zehn Uhr abends zurück erwarten. Doch er kam überhaupt nicht. Alle Versuche, ihn per Handy zu erreichen, scheiterten. Am Mittwochmittag alarmierte die Frau schließlich die Behörden. Die Polizei steht vor einem Rätsel. "Für den Verbleib von Kunder gibt es derzeit keine plausible Erklärung", sagte der Polizeisprecher.
Die alarmierten Beamten können ein Gewaltverbrechen ebenso wenig ausschließen wie einen Selbstmord oder ein freiwilliges Abtauchen. Dagegen spreche, dass Kunder nach seiner überwältigen Wiederwahl eine große Siegesfeier für Freitag angekündigt hatte. Das Verschwinden könnte auch eine medizinische Ursache haben. Kunder leidet nach den Angaben der Behörden unter Bluthochdruck.
"Wir haben die Region mit einem Großaufgebot an Beamten und einem Hubschrauber abgesucht, doch vergebens", sagte ein Sprecher der Ansbacher Polizei am Freitagmittag.