Mysteriöse Lungenkrankheit Ärzte finden das Virus
Hongkong - Der Erreger des Schweren Akuten Atemwegssyndroms SARS gehört zur Familie der Paramyxoviren. Dies berichtete am Mittwoch die Zeitung "Hongkong Standard" unter Berufung auf das Prince of Wales Hospital und die Chinesische Universität von Hongkong.
Zur Gruppe der Paramyxoviren gehören unter anderem die Erreger von Masern, Mumps und Hundestaupe. Ärzten ist bekannt, dass diese Viren Lungenkrankheiten verursachen können. Professor John Tam von der mikrobiologischen Abteilung der Chinesischen Universität sagte dem Blatt, die Entdeckung durch elektronenmikroskopische Untersuchungen sei zusätzlich molekulartechnisch bestätigt worden.
Die Erkenntnisse zeigten, dass die Behandlung der Patienten richtig sei. Doch müsse individuell die Reaktion der Kranken beobachtet werden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht von rund 170 Infektions- und 4 Todesfällen durch die Krankheit weltweit. In Deutschland gibt es mehrere Verdachtsfälle, von denen sich bisher drei bestätigt haben.
Unterdessen sind in Hongkong und Vietnam möglicherweise zwei Menschen an der Lungenkrankheit SARS gestorben. Im Krankenhaus von Hanoi erlag ein französischer Arzt der Erkrankung. Er habe sich wahrscheinlich bei einem amerikanischen Geschäftsmann infiziert, den er zuvor behandelt habe, erklärte das Krankenhaus. Der Geschäftsmann und eine Krankenschwester waren zuvor gestorben.
Ein Sprecher des Prince of Wales Hospitals in Hongkong sagte, ein älterer Mann sei am Dienstagabend gestorben. Es sei jedoch nicht klar, ob er mit SARS infiziert gewesen sei. Die Zeitung "Ming Pao" berichtete, der Mann habe sich mit der Lungenkrankheit angesteckt.
Zuvor war aus Spanien ein erster Verdachtsfall der Erkrankung gemeldet worden. Ein 38-jähriger Spanier, der sich Ende Februar eine Woche lang geschäftlich in Peking aufhielt, wurde nach Angaben von Gesundheitsministerin Ana Pastor am Sonntag mit den Symptomen der Krankheit in ein Krankenhaus eingeliefert.