Nach Beiß-Attacke Roys Tiger muss nicht sterben
Las Vegas/München - Das Tier werde definitiv nicht eingeschläfert, sagte die deutsche Agentin des Magier-Duos "Siegfried & Roy", Claudia Dressler, am Montag der Nachrichtenagentur AP. Das sechsjährige Tigermännchen "Montecore" sei noch ganz verstört von dem Vorfall am Freitagabend in Las Vegas. Es sei wieder im Gehege des "Secret-Garden"-Komplexes der deutschstämmigen Magier unweit des Mirages-Hotels untergebracht.
Dressler betonte, dass "Montecore" ein ganz großer Liebling des 59-jährigen Magiers war. Der weiße Tiger sei wie die meisten anderen 60 Tiger und Löwen des Duos in deren Obhut geboren und aufgewachsen. "Tötet die Katze nicht", hatte der schwer verletzte Horn nach Angaben von Zeugen noch angeordnet, bevor er in das University Medical Center in Las Vegas gebracht wurde.
Horns Zustand ist weiter ernst, die Ärzte äußerten sich aber vorsichtig optimistisch. Rund 200 Mitarbeiter der erfolgreichen Show hatten in der Nacht zum Montag bei Kerzenschein Wache vor der Klinik in Las Vegas gehalten, in der der 59-Jährige behandelt wird.
Horns Show-Partner Siegfried Fischbacher habe stundenlang am Krankenbett des Entertainers gewacht, berichtete ein Sprecher des Duos. Ein Team von Ärzten und Schwestern beobachte Horn ständig, sagte ein Krankenhaussprecher. Der Zirkus-Künstler habe sehr viel Blut verloren.
Die Ärzte hätten in einer zweiten Operation versucht, den durch die Verletzungen entstandenen Druck auf das Gehirn Horns zu vermindern, berichtete Lynette Chapelle, die zu den Stars in der Show der beiden Magier gehört. Trotz seines kritischen Zustands und der schweren Medikamente habe Horn mit Ärzten und Freunden kommunizieren können. Er tue dies mit seinen Augen, drücke Hände und könne Geräusche machen.
Roy Horn war am Freitag von der Raubkatze während einer Show an seinem 59. Geburtstag vor mehr als 1500 Zuschauern angefallen und unter anderem in den Hals gebissen worden. Augenzeugen berichteten, das Raubtier habe den in Nordenham in Niedersachsen geborenen Horn wie eine "Stoffpuppe" hinter den Vorhang gezogen.