Nach Chemieunfall Giftalarm in Krefeld
Krefeld - Als die übel riechende Gaswolke über die Stadt zog, wurden die Anwohner aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten und in den Häusern zu bleiben. Noch am Vormittag wurde dann Entwarnung gegeben. Rund 50 Kilogramm eines Gasgemischs aus Methylchlorid und Amin seien binnen 30 Sekunden ausgeströmt, berichtete das zur Degussa-Hüls-Gruppe gehörende Chemieunternehmen Stockhausen GmbH. Methylchlorid wird dort zur Abwasserreinigung in Kläranlagen produziert. Ein Mitarbeiter in unmittelbarer Nähe des Lecks habe über Atemnot und Unwohlsein geklagt. 15 weitere hätten das Gemisch über eine Klimaanlage eingeatmet.
Das freigewordene Methylchlorid ist in größeren Mengen giftig. Wird das farblose Gas eingeatmet, kann es Herz und Kreislauf beeinträchtigen sowie Leber und Niere schädigen. Die genaue Ursache des Störfalls war zunächst unklar. Nach einem Temperaturanstieg in einem Reaktionsbehälter habe sich ein Sicherheitsventil geöffnet.