Nach Rücktritt: Papst will in Isolation leben - DER SPIEGEL
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Rückzug Papst will in Isolation leben

Es ist nicht nur ein Rücktritt vom Amt, sondern ein Rückzug aus der Öffentlichkeit: Papst Benedikt XVI. will künftig abgeschottet leben und sich vor der Welt verbergen. Das sagte der 85-Jährige im Gespräch mit römischen Priestern.
Papst bei Aschermittwochsmesse: Zurückgezogenes Leben
Papst bei Aschermittwochsmesse: Zurückgezogenes Leben

Papst bei Aschermittwochsmesse: Zurückgezogenes Leben

Foto: VINCENZO PINTO/ AFP
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Hamburg - Die Menschen feierten den Papst bei der Aschermittwochsmesse im Petersdom, als sei es ihre letzte Gelegenheit, ihm öffentlich Tribut zu zollen. Sie könnten Recht behalten, es könnte einer seiner letzten Auftritte in der Öffentlichkeit gewesen sein. Im Gespräch mit Priestern der Diözese Rom, denen er als Bischof vorsteht, sagte er: "Auch wenn ich mich zurückziehen werde in das Gebet, werde ich euch allen doch nahe sein, und ihr werdet mir nahe sein - auch wenn ich mich vor der Welt verbergen werde."

Benedikt VXI. war zuvor von den römischen Priestern in der vatikanischen Audienzhalle mit herzlichem Applaus gewürdigt worden. "Ich danke euch, danke für eure Zuneigung, für die große Liebe für den Papst", sagte er. Das Gespräch mit den Geistlichen dauerte rund eine Stunde. Das Kirchenoberhaupt wollte auf Fragen aus den Pfarreien seines Bistums eingehen. Der Termin für das Treffen stand schon seit längerer Zeit fest und hat nichts mit dem am Montag angekündigten Rücktritt Benedikts zu tun.

Leben im Kloster

Die italienische Zeitung "La Stampa" berichtet indes, der Papst soll während einer Reise nach Mexiko und Kuba die endgültige Entscheidung zum Rücktritt getroffen haben. Er soll sich dort im Dunkeln in seinem Hotelzimmer gestoßen und eine offene Kopfverletzung zugezogen haben.

Am 28. Februar wird Benedikt sein Amt niederlegen. Er soll an jenem Donnerstag um 17.00 Uhr mit einem Helikopter zur päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo fliegen, keine 30 Kilometer von Rom entfernt. Dort wird er die ersten Wochen nach dem Ende seines Pontifikats verbringen, bevor er in ein Kloster auf dem Gelände des Vatikans zieht. Um 20.00 Uhr endet das Pontifikat.

Benedikt habe "oft gesagt, er wolle seine Zeit dem Gebet, dem Nachdenken und eventuell dem Schreiben" widmen, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi nach dem Rücktritt. Bevor Benedikt im Vatikanischen Kloster einzieht, werden dort noch Umbauarbeiten abgeschlossen.

Wahl des Nachfolgers

Noch ist unklar, wie Benedikt nach seinem Rücktritt heißen wird: Emeritierter Bischof von Rom, früherer Papst, Kardinal Ratzinger? "Darüber wird im Vatikan nachgedacht", sagte Lombardi.

Innerhalb von 15 bis 20 Tagen nach dem Rückzug tritt das Konklave zusammen, das einen Nachfolger wählt. Dem Gremium gehören voraussichtlich 117 Kardinäle an, darunter sechs aus Deutschland. Bis Ostern soll der neue Papst gekürt sein. Einen Favoriten gibt es bisher nicht.

han/Reuters