Nach Taifun "Haiyan" rechnet Uno "mit dem Schlimmsten" - DER SPIEGEL
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Taifun "Haiyan" USA senden Flugzeugträger ins Katastrophengebiet

Städte sind zerstört, Straßen unpassierbar, der Strom ausgefallen. Internationale Helfer berichten nach dem verheerenden Taifun "Haiyan" von apokalyptischen Zuständen im philippinischen Katastrophengebiet. Die USA wollen die Hilfsarbeiten mit einem Flugzeugträger voranbringen.
Flugzeugträger USS George Washington (Archiv): Hilfe für die Helfer
Flugzeugträger USS George Washington (Archiv): Hilfe für die Helfer

Flugzeugträger USS George Washington (Archiv): Hilfe für die Helfer

Foto: ROMEO RANOCO/ REUTERS
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Tacloban/Manila - Die Einwohner Taclobans fordern Schutz vor Gewalt und Plünderungen. "Wir brauchen eine organisierte Brigade, die die Leichen einsammelt, Lebensmittel bringt und das Plündern stoppt", sagte eine Überlebende des verheerenden Taifuns "Haiyan". Drei Tage nach dem Taifun haben nun erste internationale Helfer das Katastrophengebiet erreicht. Die USA senden den Flugzeugträger USS George Washington in die Philippinen, um die Hilfsarbeiten voranzutreiben. Noch immer warten dort Tausende Menschen auf Unterstützung.

Die Helfer sprechen von apokalyptischen Zuständen: "Alles ist zerstört, die Straßen unpassierbar, es gibt keinen Strom", sagte US-Brigadegeneral Paul Kennedy, der mit 90 US-Marineinfanteristen eintraf. Die Uno rechnet "mit dem Schlimmsten". Es sei zu befürchten, dass mehr als 10.000 Menschen durch den Sturm "Haiyan" getötet und 660.000 Menschen obdachlos geworden seien, sagte John Ging vom Uno-Büro für die Koordinierung der Hilfseinsätze (OCHA) am Montag in New York. Ging kündigte einen Uno-Appell für internationale Hilfe in großem Umfang an.

Bislang wird die Zahl der Toten offiziell auf etwa 10.000 geschätzt. Doch es wird befürchtet, dass es deutlich mehr werden könnten, wenn Rettungskräfte auch entlegene Küstenregionen erreichen - etwa die 40.000-Einwohner-Stadt Guiuan, die ebenfalls weitgehend zerstört sein soll.

USA schicken Soldaten

Zwei US-Transportflugzeuge landeten mit ersten Hilfsgütern auf dem Flugplatz der Provinzhauptstadt. "Jedes Dorf, jedes Gebäude ist entweder schwer beschädigt oder zerstört", sagte Kennedy. Zuerst würden nun die Straßen freigeräumt, um weitere Hilfe zu ermöglichen.

Mit zusätzlichen 90 Soldaten an Bord starteten weitere US-Militärmaschinen von Japan aus in Richtung Philippinen. Mehr als 500 philippinische Soldaten und Polizisten trafen in Tacloban ein, um gegen die Gewalt vorzugehen, wie ein Militärsprecher sagte.

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Behörden auf den Philippinen: Überfordert von "Haiyan"

Foto: REUTERS/Malacanang Photo Bureau

Zudem seien 500 Pioniere um die Stadt herum im Einsatz, um Trümmer fortzuschaffen. Am Sonntag war es in Tacloban zu Plünderungen gekommen, sogar ein Lastwagen des Roten Kreuzes wurde nahe der Stadt gestoppt und ausgeraubt.

Das Ernährungsprogramm der Uno bereitete mit der philippinischen Regierung auf dem Flughafen der Insel Cebu die Einrichtung einer Luftbrücke vor. 44 Tonnen Energiekekse wurden aus Dubai auf den Weg gebracht. Mit eingeflogenen Containern, vorgefertigten Büroräumen und Generatoren sollen auf Cebu und in Tacloban operationelle Zentren für die Hilfsgemeinschaft eingerichtet werden.

"Erschüttert über das menschliche Leid"

Das Uno-Kinderhilfswerk Unicef kündigte für Dienstag ein Transportflugzeug mit Zelten und Medikamenten an. Ausrüstung für Sanitäreinrichtungen und zur Aufbereitung von Wasser sollen folgen. Ein Team des Technischen Hilfswerks (THW) nahm in Manila die Arbeit auf.

Die Bundesregierung stellte nach einer am Sonntag bewilligten Soforthilfe von 500.000 Euro weitere Unterstützung in Aussicht. Zunächst werde mit den Philippinern der Bedarf geprüft, ein erstes Team sei vor Ort, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. "Das Land soll wissen, dass Deutschland an seiner Seite steht." Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die gesamte Regierung seien "erschüttert über das menschliche Leid und die Zerstörung".

Australien stellte umgerechnet 700.00 Euro Soforthilfe zur Verfügung, ein australisches Ärzteteam wollte sich am Mittwoch auf den Weg machen. Weitere Hilfen wurden von der Europäischen Union, Großbritannien, Japan, Malaysia, Taiwan und Singapur sowie Neuseeland und Kanada eingeleitet oder zugesagt.

Mindestens 800.000 Einwohner waren vor dem Taifun geflohen. Mehr als eine Million dürften ihr Zuhause verloren haben. Fotos zeigen Menschen inmitten von Trümmerbergen, Familien mit Kindern unter Plastikplanen.

kha/AFP/Reuters