Nachbeben erschüttern Italien und Bulgarien - DER SPIEGEL
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Nachbeben in Italien und Bulgarien Menschen übernachten in Autos

Der Schrecken in den Erdbebengebieten in Italien und Bulgarien nimmt kein Ende: Mehrere Nachbeben erschütterten die Regionen. Menschen flüchteten aus ihren Häusern und verbrachten die Nacht im Freien oder in Autos.
Beben in Bulgarien: Einwohner rund um Sofia suchten Zuflucht in ihren Fahrzeugen
Beben in Bulgarien: Einwohner rund um Sofia suchten Zuflucht in ihren Fahrzeugen

Beben in Bulgarien: Einwohner rund um Sofia suchten Zuflucht in ihren Fahrzeugen

Foto: NIKOLAY DOYCHINOV/ AFP
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Hamburg - Die Menschen im italienischen Erdbebengebiet haben erneut eine unruhige Nacht erlebt. Ein Nachbeben der Stärke 4,3 schreckte sie kurz vor Mitternacht auf, ein weiterer Erdstoß erreichte die Stärke 3,2. Die Erschütterungen trafen erneut die Gegend in der Provinz Modena und waren auch in Bologna deutlich zu spüren. Insgesamt wurden laut örtlichen Medien 18 Nachbeben in der Nacht gezählt.

"Die Angst ist zurückgekehrt", sagte der Bürgermeister der schwer betroffenen Gemeinde Finale Emilia, Fernando Ferioli, laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. "Wir versuchen die Menschen zu überzeugen, dass sie in ihre Wohnungen zurückkehren sollen, sofern sie benutzbar sind. Aber wenn diese Erdstöße andauern, wird das unmöglich sein." Solange die Nachbeben nicht aufhörten, könne keine Ruhe einkehren und es gehe nicht voran. Ganze Familien hätten aus Angst vor Nachbeben in ihren Autos übernachtet. Die Notaufnahmelager für die am Sonntag obdachlos gewordenen Einwohner sind laut Ferioli vollständig ausgelastet.

Die "rote Zone" im Zentrum von Finale Emilia, die wegen Einsturzgefahr niemand betreten darf, sei nach den Beben der vergangenen Nacht wieder ausgeweitet worden. Es gab neue Zerstörungen an ohnehin schon beschädigten Gebäuden. Auch an einer alten Burg stürzten weitere Gebäudeteile ein. Techniker, Ingenieure und andere Fachleute inspizierten die gefährdete "rote Zone", die erst am Vortag verkleinert worden war.

Ein Beben der Stärke 6,0 hatte am Sonntagmorgen Häuser, Fabriken und historische Gebäude in der Region Emilia Romagna beschädigt und teils zum Einsturz gebracht. Sieben Menschen starben und etwa 50 wurden verletzt.

Auch der Westen Bulgariens wurde in der Nacht von einem Nachbeben erschüttert. Das Beben der Stärke 4,0 riss die Menschen kurz vor 1 Uhr Ortszeit aus dem Schlaf. Das Epizentrum lag wieder rund 20 Kilometer südwestlich von Sofia bei der Kleinstadt Pernik, wie das bulgarische Seismologische Institut mitteilte. Es gab keine Opfer oder größere Schäden. Trotzdem flohen erschrockene Einwohner von Pernik aus ihren Wohnungen und Häusern. Sie verbrachten die Nacht im Freien oder in ihren Autos.

Dies war eines der heftigsten Nachbeben seit dem Erdstoß der Stärke 5,8, der in der Nacht zum Dienstag Bulgarien erschüttert hatte. Dabei wurden in der Hauptstadt Sofia und vor allem in und um Pernik viele Häuser - auch Schulen und Kindergärten - teilweise schwer beschädigt. Seitdem gab es mehrere Dutzend teils stärkere Nachbeben. Das Erdbeben war das heftigste im Raum Sofia seit fast hundert Jahren. Es verursachte lediglich Sachschaden.

siu/dapd/dpa