Naturkatastrophe: Erdbeben erschüttert Japan - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Naturkatastrophe Erdbeben erschüttert Japan

Ein Erdbeben der Stärke 7,2 hat den Nordosten Japans erschüttert. Mindestens 52 Menschen erlitten Verletzungen, als das Dach eines Sportzentrums einstürzte. Eine Tsunami-Warnung für die japanische Pazifikküste wurde wieder aufgehoben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Tokio - Das schwere Seebeben vor der Küste Japans brachte unter anderem das Dach eines Hallenbads in der nordostjapanischen Provinzhauptstadt Sendai zum Einsturz. Mindestens 19 Menschen wurden allein hier verletzt. In anderen Orten der Präfektur Miyagi wurden Bewohner von Steinen oder Ziegeln getroffen. Ein 72-Jähriger erlitt einen Beinbruch, ein siebenjähriges Kind wurde in der Stadt Zao von herabstürzenden Felsbrocken verletzt.

Das Zentrum des Erdstoßes lag 20.000 Meter unter dem Meeresboden, etwa 80 Kilometer vor der Küste der Präfektur Miyagi, rund 300 Kilometer nördlich der Hauptstadt Tokio. Dem schweren Erdstoß um 11.46 Uhr Ortszeit (4.46 Uhr MESZ) folgten mindestens vier Nachbeben. Der staatliche Wetterdienst warnte, dass weitere Beben eine Stärke von 6,0 erreichen könnten.

Fernsehbilder zeigten ein eingestürztes Haus am Rand von Tokio und mehrere Erdrutsche in der betroffenen Küstenregion. In der Hauptstadt schwankten die Hochhäuser. Für 17.000 Haushalte brach die Stromversorgung zusammen. Hochgeschwindigkeitszüge in Nordjapan wurden gestoppt, auch der Flughafen von Tokio stellte vorübergehend seinen Betrieb ein. Das Beben sei so stark gewesen, dass er sich kaum auf den Beinen habe halten können, sagte ein Behördensprechen der Präfektur Miyagi.

Fotostrecke

Japan: Dutzende Verletzte bei Erdbeben

Foto: AFP

"Ich war im zweiten Stock und hatte das Gefühl, als würde ich mit einem Mal durchgeschüttelt", sagte Augenzeuge Wakako Suzuki, der im Gebiet Miyagi lebt. "Mein Erste-Hilfe-Koffer ist aus dem Schrank gefallen, und Nachbarn sind aus ihren Häusern gelaufen."

Die Behörden hoben eine zunächst ausgegebene Tsunami-Warnung auf. Zwei zehn Zentimeter hohe Wellen erreichten gegen Mittag (Ortszeit) die Küste. Japan liegt an der Naht von vier tektonischen Platten und ist häufig von Erdbeben betroffen.