Naturkatastrophe Schweres Erdbeben in Japan
Tokio - Der Erdstoß riss die Menschen im Osten der Insel Hokkaido um 3.32 Uhr Ortszeit aus dem Schlaf. Ein derart schweres Beben trete nur rund alle zehn Jahre auf, sagte ein Behördensprecher. Das Zentrum lag vor der Ostküste Hokkaidos, rund 50 Kilometer unter dem Meeresboden. Es folgten sieben schwächere Nachbeben.
Die meisten Verletzten gab es in den Städten Kushiro, Nemuro und Bakkaicho. Eine 81-jährige Frau wurde nach Polizeiangaben von dem Erdstoß zu Boden geworfen und brach sich einen Arm. Unter den Verletzten war auch ein 80-jähriger Mann, der sich bei einem Sturz mehrere Rippen brach, meldete der japanische Fernsehsenders NHK.
Die Erschütterung hatte eine kleine Flutwelle ausgelöst. Mehrere zehntausende Menschen wurden aufgefordert, sich in höher gelegene Gebiete vor möglichen weiteren Flutwellen in Sicherheit zu bringen.
Gemessen an der Stärke des Bebens waren die Schäden relativ gering. In dem dünn besiedelten Gebiet schwankten Häuser, Fensterscheiben zersplitterten, Gegenstände fielen aus Regalen. Schwere Sachschäden wurden zunächst nicht gemeldet. Mehr als 1500 Haushalte waren nach Angaben des Energieversorgers Hokkaido Electric Power zeitweise ohne Strom. Im Osten wurde der Zugverkehr vorübergehend eingestellt. Die relativ glimpflichen Auswirkungen werden von Experten auf die erdbebensichere Bauweise in der betroffenen Region zurück geführt.
In Japan sind Erdbeben an der Tagesordnung. Erst Ende Oktober hatte ein schweres Erdbeben die Region Niigata, rund 250 Kilometer nördlich von Tokio, erschüttert. Dabei kamen mindestens 40 Menschen ums Leben. Leichte Erdstöße, zwischen den Werten 3-4 auf der Richterskala, geschehen etwa hundert Mal im Jahr in Japan.