Naturkatastrophe Verschüttete schickten SMS
Guinsaugon - Offiziell wird von mindestens 1500 Vermissten ausgegangen, vermutlich liegt die Zahl aber deutlich darüber. Unter den Vermissten sind auch rund 250 Grundschüler und Lehrer, die in ihrer Schule verschüttet wurden. Angehörige berichteten, sie hätten noch in den frühen Morgenstunden SMS-Botschaften von eingeschlossenen Kindern erhalten. Demnach sei es ihnen noch rechtzeitig gelungen, die Fenster und Türen zu schließen, sagte die Gouverneurin der Provinz, Rosette Lerias.
Rettungskräfte vor Ort zeigten sich dennoch pessimistisch, die eingeschlossenen Schüler und Lehrer lebend zu finden. Die Chancen, Verschüttete lebend zu bergen, lägen bei zehn Prozent, sagte die Bürgermeisterin der nahegelegenen Stadt Saint Bernard, Maria Lim, heute dem Radiosender DYVL. Bis zum Morgen wurden über 100 Leichen und 57 Überlebende geborgen.
57 Bewohner des Dorfes Guinsaugon in der Provinz Süd-Leyte wurden leben gerettet. Dort lebten Schätzungen zufolge rund 3000 Menschen.
Schlechtes Wetter behinderte die Helfer zusätzlich, die mit bloßen Händen und Schaufeln nach Verschütteten graben mussten. Schweres Räumgerät konnte nicht eingesetzt werden, da es im Schlamm versinken würde. Die Lawine aus Schlamm, Geröll und Kokospalmen war gestern Morgen nach wochenlangem Regen und einem leichten Erdbeben von einem Berg auf den Ort im Osten des Landes niedergegangen.
Elf Dörfer mussten wegen der akuten Gefahr weiterer Lawinen evakuiert werden. Die Gouverneurin der Provinz Süd-Leyte erklärte, alle diese Gemeinden hätten ähnliche Bedingungen wie das Dorf Guinsaugon. Die jetzt evakuierten Bewohner wurden in sieben Notunterkünften untergebracht. Man habe die Evakuierung bereits gestern ausgesprochen und jetzt noch einmal kontrolliert, weil einige Bewohner ihre Hütten nicht hatten verlassen wollen, sagte Leria.
Unterdessen trafen erste internationale Hilfszusagen ein. Die US-Marine entsandte ein Kriegsschiff, das an den jährlichen gemeinsamen Militärmanövern mit den philippinischen Streitkräften teilnimmt. Uno und das Internationale Rote Kreuz gaben Gelder zur Soforthilfe frei. Ein Expertenteam der Uno sollte vor Ort über weitere Hilfen entscheiden. Auch Australien und Singapur boten ihre Unterstützung an.
jul/dpa/afp/rtr/ap