Naturkatastrophen: Wieder Erdbeben in Japan - DER SPIEGEL
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Naturkatastrophen Wieder Erdbeben in Japan

In der japanischen Provinz Niigata hat es erneut ein schweres Erdbeben der Stärke 6,1 gegeben. Erst vor vier Tagen war die Region von einem starken Erdstoß erschüttert worden, bei dem 31 Menschen ums Leben kamen.
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Tokio - Rettungskräfte in der Präfektur Niigata bargen heute einen zweijährigen Jungen und dessen Mutter Takako Minagawa, deren Wagen bei dem Beben am Samstag von einem Erdrutsch begraben worden war. Helfer hatten zunächst die Stimme der Frau gehört. Noch vor ihrer Bergung hieß es allerdings, die 39-Jährige habe keinen Puls mehr. Zwar wurde Minagawa zusammen mit dem zweijährigen Sohn per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Dort verstarb sie jedoch kurz nach ihrer Einlieferung. Das Kind war am Leben. Die Suche nach der dreijährigen Schwester des geborgenen Jungen dauert zurzeit noch an. Ganz Japan nahm Anteil am Schicksal von Takako Minagawa und ihren Kindern. Die Einsatzkräfte hatten sich seit Tagen fieberhaft um die Rettung der dreiköpfigen Familie bemüht. Der Vater befand sich zum Zeitpunkt des Erdbebens in Tokio.

In der Stadt Ojiya brachte das Beben ein Haus zum Einsturz. Die 80-Jährige Bewohnerin habe unversehrt gerettet werden können, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Auch die Decke eines Fotogeschäfts sei eingebrochen, meldete der Rundfunksender NHK. Ob dabei Menschen zu Schaden kamen, sei noch unklar.

Der Bahnhof in der Stadt Nagaoka sei nach der schweren Erschütterung einsturzgefährdet, teilte ein Bahnsprecher mit. Hunderte von Reisenden mussten Bahnsteige und haltende Züge verlassen. Das Nachbeben am Mittwochmorgen war heftiger als die der vergangenen Tage, die Erschütterung war bis in die 250 Kilometer entfernte Hauptstadt Tokio zu spüren.

Das Epizentrum des Bebens lag nach Behördenangaben in zehn Kilometern Tiefe unter dem Dorf Hirokami. In der Region zerbarsten NHK zufolge mehrere Wasser- und Gasleitungen, der Flughafen der Stadt Niigata wurde vorübergehend geschlossen. In den schon nach dem ersten Beben am Samstag eingerichteten Notunterkünften warfen sich zahlreiche Menschen zu Boden und schrien vor Angst. 25 Minuten nach dem ersten Stoß folgte ein Nachbeben der Stärke 4,2. Seit dem Erdbeben vom Samstag, das 31 Menschen das Leben kostete, haben mehr als 440 Nachbeben die Region erschüttert. Weil befürchtet wird, dass sie weitere Erdrutsche auslösen könnten, befinden sich noch immer über 100.000 Menschen in Notunterkünften. Zehntausende von Haushalten müssen ohne Strom und fließend Wasser auskommen.