Nebenjob Gottesdienst Schwarzer Bischof bezahlt Weiße für Kirchenbesuch
Shreveport - Das etwas nicht stimmte, war kaum zu übersehen. Bischof Fred Caldwell sah es Tag für Tag in seinen Gospel-Gottesdiensten in der Stadt Shreveport im US-Bundesstaat Louisiana. Vor ihm saßen "99,9 Prozent" Farbige, aber kaum ein Weißer wollte seine fromme Botschaft hören.
Da kam dem schwarzen Bischof der Greenwood Acres Full Gospel Baptist Church die Idee: Fünf Dollar zahlt er Kirchgängern an einem Sonntag, zehn Dollar für einen Gang zum Gottesdienst unter der Woche. Einzige Voraussetzung: Der Gläubige hat weiße Hautfarbe, der Rest kommt ja auch so.
Das Verhältnis zwischen Schwarzen und Weißen in der Region um Shreveport sei "polarisiert", aber das Geld sei "ein guter Köder", um sie nun einander näher zu bringen, sagte der Geistliche dem US-Fernsehsender CNN.
"Zehn Dollar pro Stunde sind nicht schlecht", findet Caldwell, das sei vermutlich ein höherer Stundenlohn als in den Schnellimbiss-Restaurant-Ketten. Zum ersten bezahlten Gottesdienst erschienen am Sonntag zehn weiße Gäste, wie die "Shrevenport Times" berichtete. Doppelt so viele wie sonst, sagt Caldwell, dem Kritiker vorwerfen Kirchengelder zu verschwenden.