Nervenkrieg auf den Philippinen Rebellen mit Geiseln verschwunden
Manila/Jolo - Die örtliche Polizei fand in der Hütte niemanden mehr. Blutspuren oder andere Hinweise auf Gewalt konnten die Beamten allerdings nicht entdecken. Zurückgelassen wurden die am Montag von einer Ärztin gebrachten Medikamente.
Alle Entführten sind nach offiziellen Angaben am Leben. Das sagte am Mittwoch der Gouverneur der Provinz Sulu, Abdusakur Tan, in der Provinzhauptstadt Jolo nach einem Treffen mit hochrangigen Armeeoffizieren. Sie seien alle den Umständen entsprechend wohlauf.
Während die Kidnapper der extremistischen Moslemrebellen Abu Sayyaf in einem Rundfunkinterview von zwei Toten sprachen, berichtete der Sondervermittler der Regierung Nur Misuari von zwei Verletzten. Das Außenministerium der Philippinen hatte dagegen am Morgen dem Asienbeauftragten der Bundesregierung, Cornelius Sommer, bestätigt, dass zwei Geiseln getötet wurden. Inzwischen sei das Ministerium in Manila "zurückgerudert", sagte Sommer.
Die Rebellen hatten über einen Rundfunksender verbreitet, dass eine weibliche Geisel an einem Herzinfarkt gestorben und ein Mann von einem Querschläger getroffen worden sei.
Zu den Kämpfen war es am Mittwoch gekommen, als die zur extremistischen Moslemgruppe Abu Sayyaf gehörenden Entführer ihre Geiseln an einen anderen Ort bringen wollten. "Wir haben versucht, sie aufzuhalten. Aber sie wollten durchbrechen, daraufhin kam es zu dem Feuergefecht", sagte Armeestabschef General Angelo Reyes. Nach Angaben von Diplomaten stehen etwa 1000 Polizisten und Soldaten 500 Moslemrebellen und ihren Anhängern auf der Insel Jolo gegenüber.