Neue Drohung Entführer wollen zwei Geiseln köpfen
Jolo - Zwei der 21 Geiseln sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes "sehr krank". Der aus Göttingen stammenden Renate Wallert gehe es "nicht gut". Alle Gefangenen seien aber am Leben. Eine Sprecherin berief sich auf die Angaben einer philippinischen Ärztin, die die entführten Urlauber untersucht hatte.
Bei der örtlichen Rundfunkstation RMN DXRZ meldete sich am Freitag ein Anrufer, der sich als Mitglied der Entführergruppe der Rebellenorganisation Abu Sayyaf ausgab. Er drohte, zwei der auf die Insel Jolo verschleppten Geiseln würden enthauptet, wenn die Armee ihre Angriffe gegen Abu Sayyaf auf der Nachbarinsel Basilan nicht einstellt. Der Anrufer sagte weiter, es werde überlegt, Journalisten als Zeugen zu der Exekution einzuladen.
Ein Mittelsmann hatte zuvor in der Provinzhauptstadt Jolo von einem Treffen mit mehreren Kidnappern berichtet. Über den Inhalt der Gespräche ist bislang allerdings nichts bekannt. "Wir scheinen wieder ganz am Anfang zu sein. Das Wichtigste ist aber, dass es wieder einen Kontakt gibt, und wir versuchen unser Bestes, diese Krise so schnell wie möglich zu lösen", sagte er. Die Geiseln, die zuvor in fünf Gruppen aufgeteilt worden waren, seien inzwischen wieder in einer Bambushütte zusammengelegt worden.
Zwei der 21 Geiseln waren seinen Angaben zufolge bei Gefechten zwischen Armee und Kidnappern am Mittwoch verletzt worden. Es gebe aber ausreichend Medikamente aus den Hilfslieferungen der Botschaften, um sie zu behandeln. Die Entführten waren während der Schießereien zu einem anderen Versteck gebracht worden. Dabei war der Kontakt zu den Mittelsmännern abgebrochen.
Die deutsche Bundesregierung sondiert unterdessen auch auf internationaler Ebene Vermittlungswege im Geiseldrama. "Gleichzeitig suchen wir neue Pfade zu finden, wie zum Beispiel die Asean-Staaten, das Rote Kreuz, der Rote Halbmond eingreifen können, damit Verhandlungen beschleunigt werden", sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Ludger Volmer, am Donnerstagabend im ZDF.