Neues Gesetz: Bush will Komapatientin retten - DER SPIEGEL
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Neues Gesetz Bush will Komapatientin retten

Im Drama um die Komapatientin Terri Schiavo intervenieren nun auch Präsident George W. Bush und der US-Kongress. In letzter Minute wollen sie ein Gesetz verabschieden. Die Eltern sollen das Recht erhalten, die Zwangsernährung ihrer Tochter einzuklagen. Erst gestern hatte der Ehemann das Gegenteil durchgesetzt.
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Washington - Vertreter des Abgeordnetenhauses und des Senats einigten sich nach republikanischen Angaben auf ein Gesetz, das den Eltern von Terri Schiavo das Recht einräumen soll, nun vor Bundesgerichten für das Leben ihrer Tochter zu kämpfen, deren künstliche Ernährung am Freitag eingestellt worden war. US-Präsident George W. Buch brach seinen Urlaub in Texas ab und reiste "in Erwartung gesetzgeberischer Maßnahmen zur Rettung des Lebens von Terri Schiavo" nach Washington ab, wie ein Sprecher des Weißen Hauses mitteilte.

Das Gesetz könne nach einer Sondersitzung womöglich bereits am Montag verabschiedet werden, hieß es. Ob der Vorstoß zu einer vorläufigen Wiederaufnahme der am Freitag abgebrochenen Nahrungszufuhr führen wird, gilt derzeit noch als offen. Ein Bezirksrichter in Florida hatte auf Initiative des Ehemanns der Patientin die Nahrungszufuhr unterbrechen lassen. Der Mann beruft sich darauf, dass seine Frau ihm einmal gesagt habe, sie wolle nie künstlich am Leben erhalten werden. Bleibt der Nahrungsschlauch, der Terri Schiavo seit 15 Jahren am Leben erhält, entfernt, wird sie nach Einschätzung von Ärzten innerhalb von sieben bis zwölf Tagen verdursten.

Bisher hatte sich die jahrelange gerichtliche Auseinandersetzung zwischen den Eltern und dem Ehemann der Kranken, der seine Frau sterben lassen will, auf staatliche Instanzen Floridas beschränkt. Von Mutter und Vater angerufene Bundesgerichte erklärten sich für nicht zuständig. Das soll sich durch das Last-Minute-Gesetz nun ändern. Der republikanische Mehrheitsführer im Abgeordnetenhaus, Tom DeLay, stellte eine Verabschiedung bis spätestens Montag in Aussicht.

Terri Schiavo war im Alter von 26 Jahren nach einem Herzinfarkt ins Koma gefallen und hatte keine schriftliche Erklärung über eventuell gewollte Sterbehilfe hinterlassen. Die Eltern Schiavos hatten jedoch alle Hebel in Bewegung gesetzt, um ihre Tochter am Leben zu erhalten. Zuletzt hatte Schiavos Mutter direkt an Bush appelliert, ihre Tochter nicht sterben zu lassen.