Wie ein übergroßes gestrandetes Ufo ragte die Pyramide von Tirana lange im Zentrum der albanischen Hauptstadt auf; grau und traurig. 1988 posthum als Museum für Diktator Enver Hoxha errichtet, durchlief das Bauwerk aus Beton, Glas und Marmor nach dem Ende des Kommunismus verschiedenste Nutzungen: Tagungszentrum, Nato-Zentrale im Kosovokrieg, Nachtklub. Dann verwahrloste es.
Was also tun mit dem Monument, das zugleich Mahnmal für die dunkle Ära der Landesgeschichte ist? Ein Abriss wurde beschlossen und wieder verworfen, 2017 schließlich eine Modernisierung festgesetzt. Seit diesem Jahr wird die Pyramide als Kulturzentrum und Bildungseinrichtung genutzt. Die aufgesetzten, weißen Treppen und Lichtinstallationen auf dem Dach dienen nicht nur der Ästhetik: Hier soll das albanische Volk laut dem niederländischen Architekturbüro MVRDV »buchstäblich über das Prunkstück des einstigen Diktators gehen«.