Hoboken: Unglückszug war doppelt so schnell wie erlaubt unterwegs - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

New Jersey Unglückszug war doppelt so schnell wie erlaubt unterwegs

Bei einem Zugunglück in New Jersey waren vor einer Woche eine Frau getötet und 114 Menschen verletzt worden. Die Auswertung der Datenschreiber ergab jetzt: Der Zug war wesentlich zu schnell.
Unglücksstelle
Unglücksstelle

Unglücksstelle

Foto: Pancho Bernasconi / AFP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der vor einer Woche verunglückte Zug im US-Bundesstaat New Jersey war mit dem Doppelten der zulässigen Geschwindigkeit unterwegs und beschleunigte kurz vor dem Aufprall sogar noch. Das teilte die Verkehrsbehörde NTSM nach der Auswertung der Datenschreiber mit. Demnach erhöhte sich die die Geschwindigkeit des Zuges vor dem Unfall von 13 auf 33 Stundenkilometer. Weniger als eine Sekunde vor dem Crash zog der Zugführer erst die Notbremse.

Die Ermittler untersuchten neben den aufgezeichneten Daten auch Videoaufnahmen . Der Grund für die plötzliche Beschleunigung sei noch unklar, erklärte die Verkehrssicherheitsbehörde. Die Untersuchung dauere an, sie könne ein Jahr oder länger in Anspruch nehmen. Das Wrack des Zuges wurde inzwischen aus dem Bahnhof geborgen.

Glasdach stützte ein

Der mit Pendlern vollbesetzte Zug war vergangenen Donnerstag im Kopfbahnhof von Hoboken nahe Manhattan gegen einen Prellbock gerast. Der Betonpuffer wurde durch den Aufprall in die Höhe geschleudert und brachte das Glasdach über den Gleisen zum Einsturz.

Eine 34-jährige Frau starb, als sie auf dem Bahnsteig von Trümmern getroffen wurde. 114 Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Unter den Verletzten war auch der Lokführer, der inzwischen jedoch wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte.

Fotostrecke

New Jersey: Pendlerzug kracht in Bahnhof

Foto: Pancho Bernasconi / AFP
jal/dpa/AFP/AP