New Orleans: Dutzende Leichen im Krankenhaus entdeckt - DER SPIEGEL
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New Orleans Dutzende Leichen im Krankenhaus entdeckt

Grausige Entdeckung im schwer verwüsteten New Orleans: Einsatzkräfte haben in einem Krankenhaus die Leichen von 45 älteren Patienten gefunden. Nach wachsender Kritik am Notfall-Management wechselte US-Präsident Bush den Chef des Katastrophenschutzes aus.
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Washington/New Orleans - Das "Memorial Medical Center" war vor einer Woche geräumt worden, als im Erdgeschoss Wasser eindrang. Die Opfer kamen aber laut lokalen TV-Berichten weder durch den Sturm noch durch die Flut ums Leben, sondern durch große Hitze: Nach dem Hurrikan waren in New Orleans der Strom und wenig später auch die meisten Notgeneratoren ausgefallen.

In vielen Krankenhäusern hatten Tage nach dem Durchzug des verheerenden Hurrikans vor zwei Wochen katastrophale Zustände geherrscht. Die Patienten waren teilweise erst nach mehreren Tagen per Helikopter gerettet worden.

Mit dem Fund im Krankenhaus erhöht sich die offizielle Totenzahl durch Hurrikan "Katrina" auf rund 450 in Louisiana und Mississippi. Die Bergung der Leichen ist allerdings noch längst nicht abgeschlossen.

US-Präsident George W. Bush ernannte nach dem Rücktritt des umstrittenen Katastrophenmanagers Michael Brown gestern einen Nachfolger: Die Geschäfte der Behörde für Katastrophenschutz (Fema) übernehme zunächst David Paulison, teilte das Weiße Haus mit. Paulison war bislang leitender Beamter im Heimatschutzministerium. Dessen Chef, Minister Michael Chertoff, dankte Brown für seinen Einsatz. Er habe getan, was er konnte, um die Hilfe für die Hurrikan-Opfer zu koordinieren.

Nach Fema-Einschätzung müssen rund 200.000 obdachlose "Katrina"-Opfer bis zu fünf Jahre lang provisorisch untergebracht werden. Die Behörde plant daher unter anderem die Errichtung großer Wohnwagen-Siedlungen mit bis zu 25.000 Bewohnern vor allem im US-Staat Louisiana, wie der Chef der zuständigen Fema-Abteilung, Brad Fair, sagte. "Dies kommt nicht ganz an den Bau der Pyramiden heran, aber fast", sagte er. Zu den geschätzten Kosten machte er keine näheren Angaben.

Die USA gewähren ihren Bürgern jetzt auch Steuererleichterungen, wenn sie Opfer der Hurrikan-Katastrophe bei sich unterbringen. Pro Person werde es 500 Dollar Steuer-Reduzierung geben, teilte der Vorsitzende des Finanzkomitees, Charles Grassley, mit. Dies sei nur die erste einer ganzen Reihe von Maßnahmen, die zur Hilfe der Hurrikan-Opfer gedacht seien.

So sei unter anderem geplant, Arbeitgebern im Katastrophen-Gebiet Steuernachlässe zu gewähren, wenn sie Arbeitnehmer weiter beschäftigten oder Menschen aus den betroffenen Gebieten einstellten. Insgesamt seien für diese Maßnahmen sieben Milliarden Dollar vorgesehen.

Neueste Statistiken ergaben, dass Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen in den USA bislang rund 739 Millionen US-Dollar für die Hurrikan-Opfer gespendet haben. Von der Gesamtsumme gingen 584 Millionen Dollar an das amerikanische Rote Kreuz.

Der von "Katrina" und der anschließenden Flutkatastrophe angerichtete Gesamtversicherungsschaden beläuft sich laut einer neuen Schätzung des Rückversicherers Swiss Re auf 40 Milliarden Dollar. Zuvor war das Unternehmen von 20 Milliarden Dollar ausgegangen. Sollten sich die Zahlen bestätigen, wäre "Katrina" der teuerste Hurrikan aller Zeiten.

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