New York: ICE nimmt Fahrer von gekentertem Boot fest - DER SPIEGEL
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Unglück in New York ICE nimmt Fahrer von gekentertem Boot fest

Eine Frau und ein Baby starben: Der Mann, der ein verunglücktes Boot in New York steuerte, soll abgeschoben werden. Er war nach Angaben der Regierung illegal in die USA eingereist – vor fast zwanzig Jahren.
Blick auf die Freiheitsstatue in New York
Blick auf die Freiheitsstatue in New York

Blick auf die Freiheitsstatue in New York

Foto: Matt Rourke / AP

Nach dem Bootsunglück mit zwei Toten im New Yorker Hafen hat die US-Einwanderungsbehörde ICE den Bootsführer festgenommen. Der 46-Jährige aus El Salvador sei 2007 illegal in die USA gekommen, teilte die Behörde mit. »Sobald er sich vor der Justiz für seine Verbrechen verantwortet hat, werden wir sicherstellen, dass er schnell aus unserem Land entfernt wird«, sagte Heimatschutzminister Markwayne Mullin demnach.

Bei dem Unglück Anfang August waren eine 27 Jahre alte Frau und ein fünf Monate altes Mädchen ums Leben gekommen. Laut Medienberichten handelte es sich um Mutter und Tochter. Beide seien zunächst in ein Krankenhaus gebracht, dort aber für tot erklärt worden. Zwölf weitere Menschen konnten aus dem Wasser gerettet werden.

Wie Medien berichteten, hatten die Passagiere an Bord einen Geburtstag gefeiert.

Baby war nicht geschützt

Laut der Staatsanwaltschaft hatte der Mann keine Lizenz der US-Küstenwache, kannte die grundlegenden Sicherheitsvorschriften nicht und gab an, sich das private Boot eines Freundes für die Fahrt ausgeliehen zu haben. Das Boot sei illegal gechartert und überbelegt gewesen, so die Ermittler. Statt für 14 sei dort nur Platz für 10 Menschen gewesen.

Zudem habe das Baby keine Schwimmweste getragen, weil es an Bord keine Ausrüstung für kleine Kinder gegeben habe. Der Bootsführer soll die Mutter laut Staatsanwaltschaft stattdessen gebeten haben, ihr Kind während der Fahrt festzuhalten.

Der Bootsführer wurde wegen Gefährdung anderer angeklagt und zunächst gegen Kaution freigelassen. Nun sitzt er in einer Haftanstalt in New Jersey.

US-Präsident Donald Trump und seine Regierung gehen intensiv gegen Menschen vor, die ohne gültige Papiere in den USA leben. Die Einsätze von ICE und anderen Bundesbeamten werden dabei teils stark kritisiert. Zuletzt hatte die Behörde angekündigt, ihre Mitarbeiter künftig mit Elektroschock-Handschuhen auszurüsten.

esw/AP/dpa