New York Zehntausende bleiben ohne Strom
New York - Das Ausmaß der Schäden im unterirdischen Leitungsnetz des Energieunternehmens Con Edison ist weit größer als zunächst angenommen. Bürgermeister Michael Bloomberg rechnete damit, dass die Stromversorgung im Viertel Queens erst in den kommenden Tagen wieder voll hergestellt sein wird.
Der Chef von Con Edison, Kevin Burke, äußerte sich erstmals auf einer Pressekonferenz zu dem Energieausfall und entschuldigte sich bei den betroffenen Kunden für die Unannehmlichkeiten. Er sprach von einem beispiellosen Versagen des Leitungsnetzes. "Es handelt sich wirklich um ein sehr außergewöhnliches Ereignis, etwas, was ich noch nie zuvor erlebt habe", sagte Burke. "Ich weiß bis jetzt immer noch nicht, was geschehen ist."
Das Energieunternehmen wurde scharf kritisiert, weil es erst so spät über das tatsächliche Ausmaß der Panne informiert hatte. Con Edison hatte zunächst von weniger als 2500 betroffenen Kunden im Viertel Queens gesprochen, diese Zahl jedoch später auf 26.000 korrigiert.
Bürgermeister Bloomberg erklärte, vermutlich seien bis zu 100.000 Menschen betroffen. Die Stadt hätte sich intensiver eingeschaltet, wäre ihr die Zahl der Betroffenen bekannt gewesen. Am Wochenende waren noch etwa 20.000 Kunden und insgesamt etwa 80.000 Menschen ohne Strom.
Schäden sorgen für Überraschung
Der Stromausfall hatte am Montag zunächst nur wenige Bezirke in Queens getroffen. Auch Teile des Flughafens LaGuardia waren mehrfach ohne Strom. Mehrere hundert Unternehmen waren ebenfalls betroffen. Der Besitzer eines Lebensmittelladens sagte, er habe wegen des Stromausfalls 30.000 Dollar verloren.
Um die Reparaturarbeiten zu beschleunigen, waren nach Angaben von Bürgermeister Bloomberg mittlerweile Einsatzteams aus anderen Teilen der USA unterwegs nach New York. Arbeiter legten bereits an zahllosen Stellen die unterirdischen Kabel frei und prüften jede Leitung, wie der Bürgermeister mitteilte. Dabei seien größere Schäden am Leitungsnetz entdeckt worden als vermutet. "Sie waren wirklich überrascht", sagte Bloomberg.
Der Schaden an den unterirdischen Einrichtungen in Queens sei enorm, sagte ein Sprecher des Energieunternehmens, Mike Clendenin. Unter anderem seien Kabel und Transformatoren durchgeschmort. Diese müssten nun repariert oder ganz ausgetauscht werden.
Beeinträchtigt wurden die Reparaturarbeiten von Gewittern am Freitag. Ausgehobene Baugruben liefen voll Wasser und mussten vor einer Fortsetzung der Arbeiten erst leergepumpt werden. Con Edison hatte bis zum Wochenende immer noch keine Erklärung, weshalb es am vergangenen Montag inmitten einer Hitzewelle in New York zu dem Stromausfall kam.
sac/ap