New Yorker Modewoche: Der Frühling der Schulmädchen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

New Yorker Modewoche Der Frühling der Schulmädchen

Wer bei der New Yorker Fashion Week einheitliche Aussagen der Designer erwartet, wird enttäuscht. Die Kollektionen der Modeschöpfer lassen für Exzentrik genauso viel Raum wie für Eleganz. An Punkten, flachen Schuhen und Kleidern kommt jedoch kaum ein Modeschöpfer vorbei.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - 92,4 Prozent aller Frauen setzen - um ihre Attraktivität zu steigern - auf die Mode. Das ergab jetzt eine Emnid-Umfrage im Auftrag der Zeitschrift "Lisa". Was wären die Damen also ohne die guten Ratschläge aus den Modemetropolen dieser Welt? Was Frau im kommenden Jahr tragen muss, um zu gefallen, das zeigen Designer in diesen Tagen bei der New Yorker Fashion Week.

Folgt man den Kreationen der Modeschöpfer, dann wird das Frühjahr abwechselungsreich. Schlicht, edel, hoch geschlossen oder wild lasziv - Diva und Schulmädchen sind zumindest auf dem Catwalk nicht weit voneinander entfernt.

Fotostrecke

Modenschauen der Gegensätze: Von Schulmädchen und Diven

Foto: DPA

Für Marc Jacobs sind blau und silber die Farben der Saison - und meist werden seine Vorhersagen wahr. Wenn es nach ihm geht, dann werden zugeknöpfte Blusen, Plisseeröcke und Strumpfhalter im kommenden Jahr Pflicht. Im biederen Schulmädchen-Look schickte er die Models auf den Laufsteg. Aber Jacobs kann auch anders: Seine Abendmode präsentierte er in schlichter Eleganz. Max und Lubov Azria, das Designer-Ehepaar hinter BCBG Max Azria, sagten, ihre Kollektion sei für Frauen, die sich "auf eine persönliche enthüllende Reise hin zu ihrem wahren, inneren Selbst und hin zu einem instinktiven, mühelosen Style" machen wollen. Welches Gepäck würde man mit auf eine solche Reise nehmen? Lockere, luftige Seidenkleider und weit fallende Blusen - lautet die Antwort der Modeschöpfer. Die extra kurzen Hosen, die das Designer-Duo vorschlägt, sollte Frau indes vielleicht lieber zuhause lassen - es sei denn, sie hat die Beine eines 1,80 Meter großen Models.

Betsey Johnson zelebriert auf dem Laufsteg ein Comeback des französischen Chic der sechziger Jahre à la Brigitte Bardot. Einfarbige Minis und Punkte so weit das Auge reicht. Dazu verwuschelte, offene Haare und ein alles andere als dezenter Lidstrich.

Ein weiteres Muss des kommenden Frühjahrs sind flache Schuhe - was früher verpönt war, ist jetzt der letzte Schrei, egal ob zu Röcken, Kleidern oder Hosen: Auf hohen Schuhen wankt nur noch, wer sich die Füße ruinieren will. Wer jedoch nicht auf Absätze verzichten möchte, sollte zu Korksandalen greifen.

Mehr lesen über