Newsticker: Kurzmeldungen zur Flutkatastrophe - DER SPIEGEL
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Newsticker Kurzmeldungen zur Flutkatastrophe

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

+++ 5100 deutsche Touristen sind wieder zu Hause +++ [19.50 Uhr] Etwa 5100 deutsche Touristen sind nach Angaben des Deutschen Reisebüroverbandes inzwischen aus dem südasiatischen Katastrophengebiet nach Hause zurück gekehrt. "Von heute an bis zum kommenden Montag werden noch einmal elf Maschinen unterwegs sein, darunter auch ein Jumbojet im Auftrag der Condor", sagte Tobias Jüngert, Sprecher des Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverabndes, dem Nachrichtensender n-tv.

+++ Weltbank stellt 250 Millionen Dollar bereit +++ [18.20 Uhr] Die Weltbank hat die Bereitstellung von 250 Millionen Dollar (184 Millionen Euro) für die Opfer des Seebebens im Indischen Ozean zugesichert. Das wurde nach einem Treffen von Uno-Generalsekretär Kofi Annan mit den Leitern von Uno-Hilfsorganisationen und Nichtregierungsorganisationen am Sitz der Vereinten Nationen in New York mitgeteilt. Weltbankpräsident James Wolfensohn war per Telefon zu der Konferenz zugeschaltet. Mit den Geldern der Weltbank haben die Hilfszusagen der internationalen Gemeinschaft für die Opfer der verheerenden Naturkatastrophe inzwischen fast eine halbe Milliarde Dollar erreicht.

+++ Fünf Millionen Menschen obdachlos +++ [17.41 Uhr] Im südasiatischen Katastrophengebiet sind nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation WHO bis zu fünf Millionen Menschen von jeder Grundversorgung abgeschnitten. Ihnen fehlten sauberes Wasser, ein Dach über dem Kopf, Nahrung, sanitäre Anlagen und eine angemessene medizinische Versorgung. "Das ist die schlimmste Naturkatastrophe in dieser Region seit mehreren Jahrzehnten," sagte WHO-Direktor Lee Jong Wook.

+++ Auch in Thailand noch mehr Opfer +++ [17.22 Uhr] In Thailand muss die Zahl der Flutopfer offenbar dramatisch nach oben korrigiert werden: Allein im Bezirk Takuapa der südlichen Provinz Phang Nga seien 4500 Leichen gefunden worden, sagte Innenminister Bhokin Balakula nach einem Besuch vor Ort. Unter den Toten seien 2230 Ausländer. Bislang liegt die offizielle Opferzahl für ganz Thailand bei 2404.

+++ Bundeswehr-Airbus mit 50 Verletzten auf dem Rückflug +++ [16.55 Uhr] Die "fliegende Intensivstation" der Bundeswehr ist auf dem Rückflug. Wie die Luftwaffe in Köln mitteilte, wird der MedEvac-Airbus "Hans Grade" mit 50 Verletzten an Bord gegen Mitternacht auf dem Flughafen Köln/Bonn erwartet. Ärzte und Sanitäter der Bundeswehr betreuen die Patienten während des Fluges von Thailand in die Heimat. Das mit sechs Intensiveinheiten ausgerüstete Spezialflugzeug war am Dienstag nach Phuket gestartet.

+++ Wien fürchtet 100 Tote in Khao Lak +++ [16.50 Uhr] Die österreichische Regierung in Wien geht davon aus, dass die Flutwelle allein im Gebiet von Khao Lak in Thailand mindestens 100 Österreicher getötet hat. Österreichische Experten im Katastrophengebieten machten deutlich, dass es sich bei den von der Regierung genannten Zahlen nur "um die Spitze des Eisberges" handeln könnte.

+++ Mindestens drei Tote aus NRW +++ [16.28 Uhr] Bei der Flutkatastrophe haben mindestens drei Menschen aus Nordrhein-Westfalen ihr Leben verloren. Sie seien von Angehörigen oder Bekannten in den Urlaubsgebieten identifiziert worden, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums in Düsseldorf. Unter den Toten ist nach Angaben der Polizei ein 52-jähriger Mann aus Duisburg. Er habe sich zur Zeit des Seebebens in Khao Lak in Thailand aufgehalten. Die Zahl der in der Katastrophenregion vermissten NRW-Bürger hat sich unterdessen auf 28 erhöht. Es sei zu befürchten, dass sich die Zahl der Opfer weiter erhöht, da noch zahlreiche vorliegende Daten überprüft werden müssten.

+++ Bundeswehr schickt Versorgungsschiff nach Asien +++ [15.50 Uhr] Zur Rettung Verletzter entsendet die Bundeswehr auch das vor Dschibuti stationierte Versorgungsschiff "Berlin" in die Katastrophenregion. Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, verfügt die "Berlin" über eine Krankenstation mit 45 Betten, vier Betten für Intensivpatienten und zwei Operationssäle. Darüber hinaus könnten bis zu hundert Leichtverletzte an Bord versorgt werden. Zwei Bordhubschrauber könnten für den Transport von Verletzten eingesetzt werden.

+++ Berlusconi will G8-Treffen +++ [15.10 Uhr] Italien hat ein außerordentliches Treffen der G8-Staaten vorgeschlagen. Dabei sollten die Hilfen der reichen Länder für die Katastrophengebiete in Südasien und Ostafrika koordiniert werden, sagte Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Insgesamt haben rund 60 Länder Hilfen in Höhe von mindestens 220 Millionen Dollar zugesagt. Auch über einen von Deutschland und Frankreich angeregten Schuldenerlass für einige betroffene Länder solle gesprochen werden.

+++ 33 Deutsche Todesopfer identifiziert +++ [14.41 Uhr] Die Zahl der nach der Flutkatastrophe in Asien vermissten deutschen Touristen ist auf über 1000 gestiegen. Das sagte der stellvertretende Leiter des Krisenstabs in Berlin, Staatssekretär Klaus Scharioth, am Donnerstag. Inzwischen konnten 33 Todesopfer aus Deutschland identifiziert werden - 26 in Thailand und sieben in Sri Lanka. Scharioth sagte weiter, 260 Deutsche seien schwer verletzt worden. Beim Rücktransport der Schwerverletzten durch das Lazarett-Flugzeug der Bundeswehr sei der Grad der Verletzung und nicht die Nationalität entscheidend. Der Staatssekretär sagte, dass noch am Donnerstag zwei Charter-Maschinen mit Überlebenden in München und Frankfurt erwartet werden.

+++ Über 130.000 Tote +++ [14.36 Uhr] Die Zahl der Flutopfer in Indonesien hat sich auf 79.940 erhöht. Dies teilte die Regierung in Jakarta am Donnerstag mit. Die Gesamtopferzahl der Flutwelle in Südasien wird demnach bei mehr als 130 000 Menschen liegen.

+++ Stoiber sagt Neujahrsempfang ab +++ [14.22 Uhr] Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hat wegen der Flutkatastrophe in Asien seinen Neujahrsempfang abgesagt. Die eingesparten Kosten in Höhe von 60.000 Euro würden für die Opfer gespendet, so Stoiber am Donnerstag. In den Tagen der Not habe die Solidarität Vorrang vor allem anderen. Der Empfang war eigentlich für den 10. Januar in der Münchner Residenz geplant. Mit 60.000 Euro-Spende sollen die Familien der bayerischen Opfer bedacht werden.

+++ Schweden rechnet mit 3000 Toten+++ [14.12 Uhr] Die Zahl der nach der Flutwelle in Thailand vermissten Schweden ist mit mindestens 3000 doppelt so hoch wie bisher offiziell bestätigt. Wie die Zeitung "Svenska Dagbladet" am Donnerstag berichtete, ergab dies eine Rundfrage bei allen in Süd- und Südostasien operierenden Reiseveranstaltern diese Zahl. Das skandinavische Land wäre damit das mit Abstand am schlimmsten von der Naturkatastrophe getroffene Land in Europa. Die Regierung in Stockholm hatte bisher lediglich 1400 Urlauber als vermisst angegeben und sich dabei auf Angaben der drei größten Tourismusunternehmen berufen. Insgesamt stellte Schweden zum Zeitpunkt des Unglücks mit etwa 30.000 Thailand-Urlaubern das größte Besucherkontingent aus Europa. Ministerpräsident Göran Persson nannte die Flutwelle die "wahrscheinlich schlimmste Katastrophe in neuerer Zeit, die noch lange unseren Alltag prägen wird".

+++ Köhler ruft zu Spenden auf +++ [13.50 Uhr] Bundespräsident Horst Köhler hat die Deutschen angesichts der Flutkatastrophe in Asien nachdrücklich zu Spenden aufgerufen. "Spenden Sie für die Opfer und den Wiederaufbau.". Wie zuvor Bundeskanzler Gerhard Schröder forderte auch der Bundespräsident eine Schuldenerleichterung für die von der Flut betroffenen Nationen. "Die Katastrophe zeigt, dass wir in einer Welt leben", sagte der Präsident. Die Zahl der Opfer übersteige jede Vorstellungskraft. "Wir bangen mit allen, die in furchtbarer Ungewissheit schweben, weil sie noch nichts von ihren Lieben gehört haben", betonte das deutsche Staatsoberhaupt. "Wir fühlen mit den Angehörigen, viele Menschen beten - auch ich."

+++ 80.000 Tote in Indonesien +++ [13.49 Uhr] Indonesien hat die Zahl der Toten nach der Flutkatastrophe erneut nach oben korrigiert. Aus dem Gesundheitsministerium heißt es nun, allein dort seien 80.000 Menschen ums Leben gekommen.

+++ Heimkehrende Urlauber erhalten psychosoziale Hilfe +++ [13.30 Uhr] Die Bundesregierung wird den aus der Katastrophenregion zurückkehrenden deutschen Urlaubern und deren Angehörigen psychosoziale Hilfe zur Verfügung stellen. Die Hilfe werde über die Koordinierungsstelle NOAH (Nachsorge, Opfer- und Angehörigen-Hilfe) organisiert, teilte Innenminister Otto Schily mit. Die Angehörigen der Rückkehrer würden von der Koordinierungsstelle über den Ort und die Zeit der Rückkehr informiert.

+++ Rettung der deutschen Touristen in Sri Lanka abgeschlossen +++ [13.21 Uhr] Die Rettung der deutschen Touristen von der Insel Sri Lanka ist vier Tage nach der Flutkatastrophe abgeschlossen. "Jeder ausreisewillige Deutsche ist ausgeflogen worden", sagte der deutsche Botschafter Jürgen Weerth in Colombo. Insgesamt sind nach Angaben der Botschaft rund 3000 Deutsche in ihre Heimat gebracht worden. In Krankenhäusern befinden sich noch 25 Verletzte, die in den nächsten zehn Tagen in die Heimat zurückkehren können. Lebensgefahr besteht bei keinem der Patienten.

+++ Enorme Spendenbereitschaft in Deutschland +++ [13.00 Uhr] Angesichts der katastrophalen Flutfolgen verzeichnen die Hilfsorganisationen eine überwältigende Spendenbereitschaft der Deutschen. "Mir fehlen ehrlich gesagt die Worte", sagte Lübbo Roewer vom Deutschen Roten Kreuz. Schon in den ersten zwei Tagen gingen beim DRK 3,4 Millionen Euro ein. Ähnliche Erfahrungen machten die anderen Hilfswerke. Der Spendenfluss müsse aber weiter steigen, weil der Bedarf an Hilfe so unvorstellbar sei wie das Ausmaß der Katastrophe, sagten Sprecher.

+++ Jetzt 52.000 Tote in Indonesien +++ [12.55 Uhr] Nach der verheerenden Flutkatastrophe ist die Zahl der Todesopfer in Indonesien nach Regierungsangaben auf rund 52.000 gestiegen. Helfer fänden immer mehr Leichen im besonders schwer betroffenen Norden der Insel Sumatra, hieß es.

+++ Bitter armes Bangladesch spendet Hilfe +++ [12.45 Uhr] Bangladesch hat nach der verheerenden Flutkatastrophe Hilfe nach Sri Lanka und auf die Malediven geschickt. Es handele sich um zwei Hubschrauber und eine Flugzeugladung unter anderem mit Medikamenten und Trinkwasser, teilten die Behörden in der Hauptstadt Dhaka mit. Bangladesch entsende außerdem zehn Mediziner-Teams nach Sri Lanka. Zudem würden Soldaten nach Sri Lanka und auf die Malediven geschickt, die die Rettungsarbeiten unterstützen sollen. In Bangladesch waren drei Menschen in Folge des Bebens getötet worden. Es ist eines der ärmsten Länder der Welt und wird regelmäßig von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen heimgesucht.

+++ Sächsische Lotterie-Millionärin will spenden +++ [12.40 Uhr] Die frischgekürte Lotterie-Millionärin aus Sachsen denkt auch an das Leid anderer. "Natürlich werde ich für die Opfer der Asien-Katastrophe spenden. Wichtig ist aber, dass jetzt nicht kopflos Geld irgendwohin gesendet wird", sagte die 47 Jahre alte Petra Hunger aus Sehmatal im Erzgebirge in einer von der Süddeutschen Klassenlotterie verbreiteten Mitteilung. Hunger hatte gestern Abend bei der "5-Millionen-SKL-Show" mit Günther Jauch gewonnen.

+++ Schily schickt THW-Helfer auf die Malediven+++ [12.35 Uhr] Um die Trinkwasserversorgung auf den Malediven kümmert sich ein 23-köpfiges Team des Technischen Hilfswerks. Innenminister Otto Schily erklärte, dass die Spezialisten noch heute entsandt werden sollten. Das Team ist mit Trinkwasseraufbereitungsanlagen, Pumpen, einem mobilen Wasserlabor sowie Werkzeug zur Instandsetzung zerstörter Wasserleitungen ausgerüstet. Es soll im Auftrag der Europäischen Union die Versorgung mit sauberem Trinkwasser auf der von der Flutkatastrophe betroffenen Inselgruppe koordinieren. Auf den Malediven sind rund 100.000 Menschen von der Wasserversorgung abgeschnitten.

+++ Wimbledonsiegerin spendet 10.000 Dollar+++ [12.05 Uhr] Wimbledonsiegerin Maria Scharapowa hat für die thailändischen Opfer der Flutwelle 10.000 Dollar (7350 Euro) gespendet. Die 17-jährige Russin übergab das Geld am Donnerstag in Bangkok an Ministerpräsident Thaksin Shinawatra. Die Tennisspielerin hält sich seit Mittwoch in Thailand auf, wo sie am Sonntag ein Showmatch gegen die frühere Weltranglistenerste Venus Williams (USA) bestreiten wird. Beide Tennisstars wollen sich auch zu Werbezwecke für den Tourismus in Thailand nach der Katastrophe zur Verfügung stellen.

+++ USA entsendet Flugzeugträger +++ [11.38 Uhr] Das Militär der USA hat den Flugzeugträger "Abraham Lincoln" mit vier Begleitschiffen in das Krisengebiet von Sumatra geschickt. Der Marineverband soll die Helfer im Katastrophengebiet unterstützen. An Bord befinden sich zwölf Hubschrauber, die bei den Einsätzen wertvolle Hilfe leisten könnten.

+++ Vermisstensuche im Internet +++ [11.18 Uhr] Hunderte Menschen aus zahlreichen Ländern haben seit Mittwoch vom Angebot des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) Gebrauch gemacht, um über das Internet nach ihren vermissten Angehörigen in den von der Flutkatastrophe betroffenen Ländern zu suchen. Allein auf der Liste für Thailand waren am Donnerstagmorgen etwa 500 Namen eingetragen. Auf der Website können sich sowohl jene Menschen eintragen, die nach ihren Angehörigen suchen, wie auch solche, die die Katastrophe überlebt haben und ihren Familien in der Heimat ein Lebenszeichen geben wollen. Die Internetadresse: www.familylinks.icrc.org

+++ DZI warnt vor unseriösen Spendenaufrufen +++ [11.06 Uhr] Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) warnt vor unseriösen Spendenaufrufen. Nach der verheerenden Flutkatastrophe in Südasien bestehe die Gefahr, dass "Trittbrettfahrer" das große Interesse der Öffentlichkeit nutzten, obwohl sie nicht über die Voraussetzungen und Kompetenz verfügten, um wirksam und effizient Hilfe im Katastrophengebiet zu leisten, hieß es. So sollten Spendenwillige unbedingt darauf achten, dass ein Stichwort wie "Südasien" oder "Seebeben" genannt wird, damit die Organisation die Spende auch als Zweckgebunden erkennt. Verdächtig seien Organisationen, die nur mit dem Mitleid spielen, ohne anzugeben, wie sie helfen, so der DZI-Geschäftsführer Burkhard Wilke. Auch wenn man überraschend angesprochen werde, sollte man - wenn überhaupt - nur sehr kleine Beträge spenden. Größere Summen sollte man überweisen und sich zuvor gründlich über die Organisation informieren. Wer über die Seriosität einer Spendenorganisation Zweifel hat, kann beim DZI nachfragen.

+++ Über 50.000 Tote in Indonesien +++ [10.51 Uhr] Die indonesische Regierung hat die Zahl der Todesopfer nach der Flutwelle am Donnerstag auf rund 52.000 erhöht. Insgesamt wird mit über 80.000 Toten allein in Indonesien gerechnet. Eine Millionen Kinder benötigen Hilfe. Helikopter sind im Einsatz und werfen Essensrationen und Trinkwasser in dem zerstörten Küstengebiet ab.

+++ 21 Hotelgäste nach Tagen gerettet +++ [10.35 Uhr] Mehrere Tage nach der Zerstörung des thailändischen Luxushotels "Magic Lagoon" bei Khao Lak sind weitere 21 Hotelgäste lebend gefunden worden. Damit seien mindestens 206 der 415 zumeist aus Deutschland stammenden Urlauber am Leben, teilte der Hotelkonzern Accor am Donnerstag in Paris mit. Von den 320 Hotelangestellten, von denen 250 zum Zeitpunkt des Unglücks Dienst hatten, seien mindestens 221 am Leben. 70 Prozent der Hotelgäste waren Deutsche.

+++ Wissenschaftler warnen vor Panikmache +++ [9.52 Uhr] Die im Flutwellen-Katastrophengebiet bislang registrierten Nachbeben sind nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) "nicht bedrohlich". Die Erdstöße reichten "bei weitem nicht aus, um eine neue Flutwelle zu verursachen", sagte ein BGR-Sprecher und warnte vor neuerlicher Panik. "Die registrierten Nachbeben werden bislang kontinuierlich schwächer und liegen inzwischen nur noch bei einer Stärke von 6,0", hieß es. Die für die Flutwelle am vergangenen Sonntag verantwortlichen Erdstöße im Indischen Ozean hatten eine Stärke von 9,0 erreicht. Die indische Regierung hatte am Donnerstag für mehrere südliche Provinzen sowie die Inselgruppe Andamanen und Nikobaren eine Tsunami-Warnung herausgegeben und damit auch in den anderen Katastrophenregionen wie Thailand Panik unter der Bevölkerung ausgelöst.

+++ Unicef startet Silvester-Aktion +++ [9.13 Uhr] Mit Unterstützung zahlreicher Prominenter startet das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) zum Jahreswechsel die Initiative "Helft den Kindern in Asien". Mindestens jedes dritte Opfer der Flutkatastrophe sei ein Kind, erklärte Unicef Deutschland am Donnerstag in Köln. Die Überlebenden seien besonders durch Krankheiten und Seuchen gefährdet. "Tausende Kinder haben durch die schreckliche Flutwelle ihr Leben verloren, Millionen Kinder sind obdachlos geworden", erklärte die Schirmherrin von Unicef Deutschland, Eva Luise Köhler. Im Mittelpunkt der Silvester-Aktion steht die traditionelle Veranstaltung zum Jahreswechsel am Brandenburger Tor in Berlin, zu der wieder mehr als eine Million Besucher erwartet werden. Während der Veranstaltung soll auf Videobildschirmen zu Spenden aufgerufen werden. Die Besucher können ebenso wie alle anderen Menschen in Deutschland eine SMS mit den Buchstaben Unicef an die Nummer 81190 schicken. Jede SMS kostet nach Angaben des Kinderhilfswerks 2,99 Euro. 2,65 Euro davon gingen an die Unicef-Nothilfe in Asien.

+++ "2001"-Autor beklagt Frühwarnsystem+++ [8.53 Uhr] Der bekannte Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke hat das mangelhafte Flutwarnsystem in seiner Wahlheimat Sri Lanka kritisiert. Die technischen Möglichkeiten müssten hier voll ausgeschöpft werden, damit bei künftigen Katastrophen der Verlust an Menschenleben auf ein Minimum beschränkt werden könne, sagte der britische Schriftsteller am Donnerstag. Clarke, der aus der englischen Grafschaft Somerset kommt, lebt schon seit fast 50 Jahren in Sri Lanka. Clarkes Familie sowie sein Haushalt war von den verheerenden Fluten verschont geblieben seien. Clarkes bekanntestes Werk ist "2001: Odyssee im Weltraum", das von Stanley Kubrick verfilmt wurde.

+++ Fast 80.000 Tote+++ [8.35 Uhr] Die Zahl der Todesopfer nach der verheerenden Flutwelle in Asien ist bis Donnerstagmorgen auf fast 77.500 gestiegen. Tausende Menschen wurden noch vermisst.

+++ Neue Tsunami-Warnung+++ [7.40 Uhr] Die indischen Behörden haben für den Süden des Landes eine neue Tsunami-Warnung herausgegeben. Die Bewohner der Küstenregion wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Der Verwaltungschef der von der jüngsten Flutwelle verwüsteten Stadt Nagappattinam sagte, innerhalb der kommenden Stunde könne eine weitere Flutwelle die Region erreichen. Nach der Warnung flohen tausende Einwohner von Nagappattinam aus der Stadt. Die Polizei wies hunderte Fahrzeuge mit Hilfsgütern sowie Rettungskräfte an, die Stadt nicht zu betreten. Nähere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. Die Grundlage der Warnung war zunächst unklar. Allerdings ereigneten sich nach Angaben der Meteorologischen Behörde auf den zu Indien gehörenden Nicobaren-Inseln am Morgen zwei Nachbeben der Stärke 5,2.

+++ USA hilft mit Spionagesatelitten+++ [2.40 Uhr] Zur genaueren Bestimmung des Ausmaßes der Flutkatastrophe in Südostasien setzt das US-Verteidigungsministerium seine Spionagesatelliten ein. Damit soll die Koordination der Hilfsmaßnahmen erleichtert werden, wie die militärische Geheimdienstabteilung für Erdvermessungen am Mittwoch in Washington mitteilte. Mit den Satellitenbildern könne gezielt Aufschluss über die Zerstörung von Infrastruktureinrichtungen wie Straßen, Brücken, Flughäfen und Seehäfen gewonnen werden. Danach könnten dann Prioritäten für die Hilfseinsätze festgelegt werden.

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