Newsticker: Kurzmeldungen zur Flutkatastrophe - DER SPIEGEL
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Newsticker Kurzmeldungen zur Flutkatastrophe

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

+++ 5. Januar 2005 +++

+++ Mann nach acht Tagen aus Indischem Ozean gerettet +++

[5:22] Acht Tage nach der Flutkatastrophe ist ein Indonesier von einem Schiff aus dem Indischen Ozean gerettet worden. Der 23-jährige Mann habe die gesamte Zeit überlebt, indem er sich an einem entwurzelten Baum festgehalten habe, teilten Vertreter Malaysias mit. Er habe Regenwasser getrunken und sich von vorbeischwimmenden Kokosnüssen ernährt.

+++ Erste schwedische Todesopfer in ihre Heimat übergeführt +++ [5:10] Die ersten schwedischen Todesopfer der Flutkatastrophe in Südasien sind in der Nacht zum Mittwoch in ihre Heimat übergeführt worden. Eine Luftwaffenmaschine mit sechs Särgen an Bord landete am frühen Morgen in Stockholm. An der Zeremonie nahmen neben den Angehörigen der Toten auch König Carl XVI. Gustaf, Königin Silvia und Kronprinzessin Victoria teil. Erzbischof Karl Gustav Hammar sprach ein Gebet und richtete tröstende Worte an die Angehörigen.

+++ Uno befürchtet Kinderhandel +++ [0:28]Die Uno befürchtet, dass durch die Flutkatastrophe in Südasien verwaiste oder von ihren Eltern getrennte Kinder nun Opfer von Menschenhändlern werden könnten. Es gebe Hinweise darauf, dass Menschenhändler in der Region auf der Suche nach Kindern seien, um sie in die Sklaverei zu verkaufen.

+++ 4. Januar 2005 +++

+++ Uno rechnet mit mehr als 200.000 Todesopfern +++ [21:34] Die Vereinten Nationen (Uno) rechnen damit, dass die Flutkatastrophe in Südasien mindestens 200 000 Todesopfer gefordert hat. Dies sagte der Uno-Koordinator für humanitäre Hilfe, Jan Egeland, am Abend in New York. Die Erdbebenkatastrophe 1976 in China habe 240.000 Menschen das Leben gekostet, "diese dürfte noch verheerender sein", sagte Egeland.

+++ Angeblich knapp 1100 deutsche Vermisste +++ [17:30] Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios sollen nach der Flutkatastrophe noch knapp 1100 Deutsche in Südostasien vermisst werden. Die Zahl ist wesentlich geringer, als in den vergangen Tagen spekuliert wurde. Das liege vor allem daran, dass sich mehr als 900 Menschen in Deutschland zurückgemeldet haben, die ursprünglich auf der Liste standen, hieß es. Experten gingen davon aus, dass die Zahl der Vermissten nur noch leicht schwanken und wahrscheinlich auf knapp unter 1000 sinken wird.

+++ Bundesregierung will Fluthilfe auf 500 Millionen Euro erhöhen +++ [17:27] Die Bundesregierung will ihre Finanzhilfe für den Wiederaufbau der verwüsteten Flutregionen Südostasiens auf bis zu 500 Millionen Euro aufstocken. In einer Sondersitzung am Mittwoch wolle das Kabinett ein Hilfspaket beschließen, verlautete aus Regierungskreisen. Damit stünde Deutschland bei den Finanzzusagen weltweit an der Spitze. Bisher hatte die Bundesregierung 20 Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Die privaten Spenden der Deutschen schnellten auf 70 Millionen Euro hoch.

+++ Offiziell keine Schweigeminuten in Dänemark +++ [17:22] Die dänische Regierung will sich am Mittwoch nicht an den Schweigeminuten zum Gedenken an die Flutopfer in Südostasien beteiligen. Eine entsprechende Aufforderung der EU wurde heute abgewiesen. Vor öffentlichen Gebäuden sollen lediglich die Flaggen auf Halbmast gesetzt werden. Eine Begründung für die Entscheidung gab es nicht. In ganz Europa sollen am Mittwoch um 12.00 Uhr mit drei Schweigeminuten der Opfer des Seebebens gedacht werden.

+++ Städte übernehmen Partnerschaften in Katastrophenregion +++ [15:26] Viele deutsche Städte wollen mit konkreten Partnerschaften den Flutopfern in Südostasien helfen. So unterstützt die Stadt Bonn Opfer in der südindischen Region Cuddalore. München wolle 250.000 Euro für die Stadt Batticaloa in Sri Lanka Spenden. Essen hat Kontakte zu einem Geburts- und Kinderkrankenhaus in Galle in Sri Lanka aufgenommen. Auch in Berlin, Bremen, Düsseldorf, Halle, Kiel, Köln, Leipzig, Magdeburg, Münster, Potsdam, Regensburg und Reichenberg im Vogtland wird über konkrete Hilfe nachgedacht. Bundeskanzler Schröder hatte in seiner Neujahrsansprache zu den Partnerschaften aufgerufen.

+++ Trauergottesdienst für Flutopfer +++ [14:34] Mit einem großen Trauergottesdienst am Sonntag in Berlin soll der Opfer der Flutkatastrophe in Südostasien gedacht werden. Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und das Bundeskabinett wollen an dem ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom teilnehmen. Die Predigten werden der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann halten.

+++ Indonesier nach neun Tagen aus dem Meer gerettet +++ [12:46] An einen Baumstamm geklammert hat ein Indonesier nach der Flutkatastrophe neun Tage lang auf offener See überlebt. Der 20-Jährige war am 26. Dezember von der Flutwelle aufs Meer hinausgezogen worden und hatte seitdem nur Regenwasser zu sich genommen, meldete der Nachrichtensender "Channel NewsAsia" in Singapur. Die Besatzung eines Containerschiffs zog ihn heute rund zweihundert Kilometer westlich der Provinz Aceh aus dem Wasser.

+++ Landebahn in Banda Aceh wieder frei +++ [12:21] Auf dem Flughafen von Banda Aceh auf der Insel Sumatra können wieder Flugzeuge landen. In der Nacht war dort eine Transportmaschine in eine Kuhherde gerollt und hatte die Start- und Landebahn mehrere Stunden blockiert. Nur Hubschrauber konnten den Flughafen benutzen. Räumungstrupps gelang es heute, das manövrierunfähige Flugzeug beseitigen.

+++ Schröder sagt SPD-Wahlkampfauftakt im Norden ab +++ [11:38] Die Flutkatastrophe in Südostasien überschattet auch den Landtagswahlkampf in Schleswig-Holstein. Bundeskanzler Schröder hat seine Teilnahme an der SPD-Auftaktveranstaltung am Freitag in Neumünster abgesagt. In Schleswig-Holstein entscheiden die Wähler am 20. Februar über den neuen Landtag.

+++ Deutschland will Fluthilfe aufstocken +++ [10:26] Die Bundesregierung will ihre Finanzhilfe für die von der Flutkatastrophe betroffenen Länder deutlich aufstocken. Die "Leipziger Volkszeitung" hatte von einer Erhöhung auf eine halbe Milliarde berichtet. Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) wollte die Summe nicht bestätigen. Über die genaue Höhe soll am Mittwoch in einer Sondersitzung des Kabinetts beraten werden. Bislang hat die Bundesregierung 20 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

+++ Sri Lanka und Phuket bei TUI wieder ab Februar im Programm +++ [10:22] Der Touristikkonzern TUI will voraussichtlich ab Februar wieder Urlauber nach Sri Lanka und ins thailändische Phuket fliegen. Dort gebe es Regionen mit einer intakten Infrastruktur, in denen die Reisenden ihre Ferien verbringen könnten. Die Malediven werden bereits wieder angeflogen, sagte ein TUI-Sprecher. Dennoch könnten Urlauber, die bereits Reisen in diese drei Regionen gebucht hätten, bis Ende Oktober kostenlos auf andere Ziele umbuchen.

+++ Thailand feuert Chef-Meteorologen +++ [9:27] Die thailändische Regierung hat den Direktor des meteorologischen Dienstes, Supharerk, aus seinem Amt entlassen. Grund ist die heftige Kritik an der Behörde, die nicht vor dem verheerenden Tsunami gewarnt hatte. Die thailändische Zeitung "The Nation" hatte zuvor berichtet, die Wetterexperten hätten die Warnung absichtlich zurückgehalten, um das Tourismus-Geschäft nicht zu schaden. Supharerk wurde ins Büro des Premierministers versetzt und soll nun helfen, ein Frühwarnsystem zu entwickeln.

+++ Bundeswehr bringt weitere Verletzte zurück +++ [8:47] Der Lazarett-Airbus der Bundeswehr hat weitere Verletzte aus Thailand nach Deutschland zurückgebracht. Die Maschine mit über 40 Verletzten landete auf dem Köln-Bonner Flughafen. Die meisten Passagiere sind Deutsche, an Bord waren auch drei Niederländer und fünf Briten. Es war der dritte Einsatz des Airbusses seit der Katastrophe.

+++ Jeder zweite Deutsche will spenden +++ [8:44] 52 Prozent der Deutschen wollen noch für die Opfer der Flutkatastrophe spenden. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa hervor. Demnach gaben 16 Prozent der Befragten an, bereits gespendet zu haben. 30 Prozent wollen kein Geld geben. Für den Fernsehsender RTL hatte Forsa 1000 Menschen in Deutschland befragt.

+++ Uno befürchtet zunehmende Kindersterblichkeit +++ [5:47] Die Vereinten Nationen befürchten in den Gebieten der Flutwellen-Katastrophe eine zunehmende Kindersterblichkeit. Es gebe bereits erste Anzeichen für eine erhöhte Todesrate unter Kindern, sagte der Uno-Beauftragte für humanitäre Einsätze, Jan Egeland. Wegen mangelnder Hygiene hätten Durchfallerkrankungen zugenommen.

+++ Wütende Überlebende nehmen Geiseln +++ [4:25] Auf den südindischen Nikobar-Inseln soll eine Gruppe wütender Überlebender einen Beamten und einen Polizeichef als Geiseln genommen haben, um gegen unzureichende Hilfsmaßnahmen zu protestieren. Das berichtet, die indische Zeitung "Hindustan Times". Die Überlebenden hätten vier Tage lang ohne Lebensmittel ausgeharrt, bevor sie sich durch den Dschungel zu einem Stützpunkt in der Campbell-Bucht schlugen, wo sie den Beamten und Polizisten beim Essen vorfanden. Sie wurden später freigelassen, nachdem sie versprochen hatten, für Nahrungsmittel zu sorgen.

+++ Defektes Flugzeug blockiert Hilfslieferungen +++ [3:37] Ein gechartertes Güterflugzeug blockiert die Landebahn des Flughafen in Banda Aceh an der Westküste Sumatras. Damit wird zeitweise ein Teil der Hilfen für die von der Flutkatastrophe in Südasien besonders stark betroffene Region blockiert.

+++ 3. Januar 2005 +++

+++ Prominente helfen Flutopfern +++ [22:49] Immer mehr Prominente setzen sich für die Opfer der Flutkatastrophe ein. Bei der Sat-1-Spendengala "Deutschland hilft" kamen am Abend mehr als zehn Millionen Euro zur Hilfe der Betroffenen zusammen. An den Telefonen saßen unter anderem Henry Maske, Til Schweiger, die Rockband Scorpions, Bundesminister Wolfgang Clement und FDP-Chef Guido Westerwelle. Eine der größten Einzelspenden in Höhe von einer Million Euro kam vom Energiekonzern E-ON. Fußball-Rekordmeister Bayern München kündigte an, 300.000 Euro zu spenden und langfristig eine Patenschaft für ein Projekt in Sri Lanka zu übernehmen. In den USA spendete die Schauspielerin Sandra Bullock eine Million Dollar (740.000 Euro) an das Amerikanische Rote Kreuz. Das teilte die Hilfsorganisation am Abend mit.

+++ Hilferuf - Somalia wartet auf Unterstützung +++ [18:51] Über eine Woche nach dem verheerenden Seebeben im Indischen Ozean warten in Somalia 50.000 Opfer noch immer auf Hilfe. Zwar habe das afrikanische Land Hilfszusagen aus über 20 Staaten erhalten, angekommen sei aber noch nichts, sagte ein Sprecher des somalischen Präsidenten am Montag. Die Überlebenden der Flutwelle, die neben zahlreichen asiatischen Ländern auch das Horn von Afrika erfasst hatte, benötigten dringend Lebensmittel, frisches Wasser, Unterkünfte und Medikamente. "Wir sind sehr froh, dass Hilfsgüter in Asien eingetroffen sind, das am härtesten von der Tragödie getroffen wurde. Aber Somalia, das von 13 Jahren Bürgerkrieg und Dürren verwüstet ist, braucht auch Nothilfe, um mit dieser jüngsten Katastrophe fertig zu werden", sagte Präsidentensprecher Jussuf Mohamed Ismail der Nachrichtenagentur AP im benachbarten Kenia. Die Zahl der Todesopfer der Flutkatastrophe liegt in Somalia bei 200. Mehrere tausend Menschen wurden Jussuf zufolge obdachlos.

+++ Suche nach Vermissten eingestellt +++ [16:09] Trotz mehrerer Meldungen über wundersame Rettungen ist in vielen Flutregionen die Suche nach Überlebenden eingestellt worden. Die Behörden in den betroffenen Ländern räumten den zehntausenden Vermissten keine Überlebenschancen mehr ein. Die Zahl der Toten stieg auf fast 150.000.

+++ Bundeswehr errichtet Rettungszentrum auf Sumatra +++ [15:11] Die Bundeswehr will in der Provinz Aceh in Nord-Sumatra in der nächsten Woche ein hochmodernes Feldlazarett aufbauen. Dort sollen sich rund 120 Ärzte und Fachkräfte um Verletzte der Flutkatastrophe kümmern. Derzeit erkundet ein Team die Gegend, die von dem Seebeben mit am stärksten betroffen wurde. Zudem ist das Marineversorgungsschiff "Berlin" in Richtung Nord-Sumatra unterwegs. Mit seinen 45 Krankenbetten und zwei Operationssälen soll das Schiff als schwimmendes Krankenhaus eingesetzt werden.

+++ Schweigeminuten für Opfer der Flutkatastrophe +++ [14:48] Mit drei Schweigeminuten soll am Mittwoch um 12.00 Uhr der Opfer des Seebebens in Südostasien gedacht werden. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) rief die Menschen in Deutschland dazu auf, sich daran zu beteiligen. Die Gedenkminuten gehen auf eine Initiative der EU-Ratspräsidentschaft zurück. In allen 25 EU-Staaten soll am Mittwoch das Leben für drei Minuten "stillstehen", hatte der niederländische Regierungschef Jan Peter Balkenende mitgeteilt. Alle Flaggen werden auf Halbmast gesetzt.

+++ Lebensversicherer wollen kulant sein +++ [14:28] Bei der Auszahlung von Lebensversicherungen an die Angehörigen der Flutopfer wollen die meisten Versicherungsunternehmen kulant und unbürokratisch vorgehen. Die Allianz Lebensversicherung wolle die Versicherungssumme schon dann auszahlen, wenn der Versicherte auf einer offiziellen Liste des Auswärtigen Amtes, des Bundeskriminalamtes oder der Landeskriminalämter als vermisst geführt wird, sagte eine Sprecherin dem "Tagesspiegel".

+++ Kriminelle nutzen Flutkatastrophe für ihre Zwecke +++ [14:10] Die schwere Flutkatastrophe in Südostasien hat Kriminelle aller Art auf den Plan gerufen. In Khao Lak in Thailand verkleideten sich Diebe als Polizisten oder Rettungskräfte und plünderten Hotels. In Sri Lanka alarmierte eine Frauenrechtsgruppe die Behörden, weil überlebende Frauen in Flüchtlingslagern vergewaltigt wurden. Schweden veröffentlicht keine Namen von Vermissten mehr, weil Häuser und Wohnungen bereits zum Ziel von Dieben wurden. In Norwegen befürchtet die Polizei, dass Kriminelle versuchen könnten, auf die Vermisstenlisten zu kommen, um eine neue Identität zu erhalten oder Versicherungen abzukassieren.

+++ Zwölfjähriger vermutlich aus Krankenhaus entführt +++ [13:56] Ein zwölf Jahre alter Junge aus Stockholm soll aus einem Krankenhaus nahe Khao Lak entführt worden sein. Wie die schwedische Zeitung "Expressen" berichtet, würden zwei Spezialisten der schwedischen Polizei nach dem Verbleib des Kindes fahnden. Ärzte sagten dem Bericht zufolge, dass der Junge in Begleitung eines europäisch aussehenden Mannes zwei Tage in dem Hospital gewesen und dann mit diesem verschwunden sei. Die Mutter des Jungen und ihr Freund würden vermisst. Die Geschwister des Jungen konnten sich retten und wurden zum Vater nach Schweden gebracht.

+++ Deutsche spenden über 50 Millionen Euro +++ [12:58] Gut eine Woche nach der Flutkatastrophe in Südostasien sind bei Hilfsorganisationen weit über 50 Millionen Euro eingegangen. Allein das Deutsche Rote Kreuz meldete bislang Spenden in Höhe von 11,3 Millionen Euro. Beim Kinderhilfswerk Unicef und bei der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" gingen jeweils rund zehn Millionen Euro ein. Die "Aktion Deutschland hilft" sammelte nach eigenen Angaben mehr als neun Millionen Euro.

+++ Weiter deutlich über 1000 deutsche Vermisste +++ [12:46] Der Krisenstab der Bundesregierung hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, nach dem 3200 Deutsche in Südostasien vermisst werden. "Die Zahl der Vermissten liegt nach wie vor sehr deutlich über 1000", sagte der stellvertretende Stabsleiter, Staatssekretär Klaus Scharioth. Er betonte, dass die Bundesregierung ihre Angaben nur auf belastbare Zahlen stütze. Dies geschehe "auch mit Rücksicht auf Opfer und Vermisste". Die Zahl der identifizierten deutschen Toten blieb Scharioth zufolge konstant bei 60.

+++ Diebe stehlen Spendenbox aus Kathedrale +++ [12:34] Diebe haben aus der Kathedrale von Salisbury in Südwestengland eine Box mit Geldspenden für die Überlebenden der Flutkatastrophe gestohlen. Wie die Polizei mitteilte, packten die Täter die hölzerne Kiste auf einen Rollstuhl und flüchteten. Die leere Box und der Rollstuhl wurden am Sonntag in einer Gasse nahe der Kathedrale gefunden.

+++ Frankreich kritisiert Langsamkeit der EU +++ [12:26] Der französische Gesundheitsminister Philippe Douste-Blazy hat kritisiert, das die Europäische Union nur langsam auf die Flutkatastrophe reagiere. Dem Nachrichtensender LCI sagte er: "Ist es normal, dass man zehn Tage warten muss, bis es ein Treffen der europäischen Gesundheitsminister gibt?". Douste-Blazy, selbst Arzt, hatte am 29. Dezember die "schnellstmögliche Einberufung" des Rats der Gesundheitsminister gefordert. Die EU hat ein Treffen für den 7. Januar vereinbart.

+++ Dänemark verschiebt Wahl +++ [12:25] Die für Januar erwartete Neuwahl des Parlaments in Dänemark wird offenbar wegen der Flutkatastrophe in Südostasien verschoben. Wie mehrere Kopenhagener Zeitungen berichten, hat sich Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen zu einem Aufschub entschlossen. Der Wahlkampf solle den Berichten zufolge nicht von der Trauer über die Toten und der Ungewissheit über Vermisste überschattet werden. Bei der Flutkatastrophe starben mindestens sieben Dänen, 69 weitere vermisst.

+++ Großvater rettet Vierjährige aus Leichenhalle +++ [12:19] Ein vierjähriges Mädchen aus Sri Lanka ist von seinem Großvater lebend in der Leichenhalle eines Krankenhauses gefunden worden. Die kleine Mimani sei mit ihrer Familie Opfer des schweren Zugunglücks bei Galle geworden, berichtet die italienische Zeitung "La Stampa". Da das Mädchen dem Bericht zufolge im Krankenhaus jedoch kein Lebenszeichen von sich gab, dachten die Ärzte, es sei tot und brachten Mimani in die Leichenhalle. Dort habe sie ihr Opa, der verzweifelt alle Kliniken der Umgebung abgesucht habe, schließlich lebend gefunden. Das Kind habe nur leichte Verletzungen, hieß es. Von den Eltern und der kleinen Schwester fehle jede Spur.

+++ Australischer Retter festgenommen +++ [11:45] Ein Australier, der während der Flutkatastrophe in Thailand 20 Menschen gerettet hat, ist in seiner Heimat im Gefängnis gelandet. Thomas Connell war von den Medien als "guter Samariter von Patong Beach" gefeiert worden. Die australische Polizei glaubt allerdings, in ihm einen wegen Körperverletzung gesuchten Verdächtigen erkannt zu haben. Bei seiner Rückkehr wurde Connell in Brisbane festgenommen, meldet die australische Nachrichtenagentur AAP. Der Verdächtige selbst streitet die Vorwürfe ab.

+++ Indonesierin nach fünf Tagen aus dem Meer gerettet +++ [11:23] Eine 23-jährige Indonesierin hat fünf Tage lang auf einem Baumstamm auf offener See überlebt. Ein malaysisches Schiff entdeckte die Frau, die sich mit Hilfe einer entwurzelten Palme über Wasser hielt, vor der Provinz Aceh. Sie war am Bein verletzt und sehr schwach, aber bei Bewusstsein.

+++ Elfjährige überlebt auf Holzblock im Meer +++ [11:04] Ein Hubschrauber hat ein elfjähriges Mädchen aus dem Meer gerettet. Sylvia Lucas habe sich während der Flutkatastrophe an einen Holzblock geklammert und mehr als 24 Stunden in dem von Haifischen wimmelnden Meer überlebt, berichtet die britische Zeitung "Daily Express". Das Mädchen aus Sri Lanka sei von den Rettungshubschraubern zunächst nicht bemerkt worden, weil sie "zu klein" war. Schließlich sei es ihr gelungen, einen Arm zu heben und zu winken. Die Eltern des Mädchens überlebten das Unglück ebenfalls.

+++ Angeblich unrechtmäßige Adoptionen +++ [10:44] In Südasien sollen nach der Flutkatastrophe offenbar elternlose Kinder zu Unrecht adoptiert worden sein. Beamte in Sri Lanka berichteten von entsprechenden Klagen. Die Kinderschutzorganisation NCPA warnte davor, verirrte Kinder aufzugreifen. Es bestehe die Möglichkeit, dass die Eltern oder Angehörige gefunden werden. Hilfsorganisationen befürchten jedoch, dass einige Verwandte von Waisen mehr an Zuschüssen der Regierung interessiert sind und die Kleinen verstoßen, sobald sie das Geld haben, berichtet die indische Zeitung "Hindustan Times". Auch sollen sich Fremde als Verwandte ausgegeben haben, um an das Geld zu kommen.

+++ 1300 Tote bei Zugunglück in Sri Lanka +++ [8:43] Bei der Flutkatastrophe in Sri Lanka hat sich mit inzwischen mehr als 1300 Toten das schlimmste Zugunglück aller Zeiten ereignet. Weitere Leichen lägen noch unter den Waggons und der Lokomotive, sagte der zuständige Polizeioffizier, B.P.B. Ayupala.

+++ Indonesien kündigt Aufbau eines Tsunami-Warnsystems an +++ [6:19] Als Konsequenz aus der Flutkatastrophe in Asien will Indonesien gemeinsam mit seinen Nachbarstaaten ein Tsunami-Frühwarnsystem aufbauen. Das kündigte am Montag Präsident Susilo Bambang Yudhoyono an. Die Zahl der registrierten Toten in Indonesien erhöhte sich unterdessen noch einmal um fast 14.000 auf über 94.000.

+++ US-Soldaten werden in Sri Lanka erwartet +++ [5:42] In der besonders schwer von den verheerenden Flutwellen betroffenen Stadt Galle in Sri Lanka werden die ersten 200 US-Soldaten zur Katastrophenhilfe erwartet. Eine genaue Ankunftszeit stehe noch nicht fest, sagte eine US-Sprecherin. Gemessen an der Einwohnerzahl von 20 Millionen ist Sri Lanka das am schwersten von der Naturkatastrophe betroffene Land.

+++ Merkel und Müntefering für nationale Gedenkfeier +++ [1:49] Die Parteichefs von CDU und SPD wollen mit einer nationalen Trauerfeier der Opfer der Flutkatastrophe in Asien gedenken. Sowohl Angela Merkel als auch Franz Müntefering sprachen sich für eine solche Veranstaltung aus.

+++ 2. Januar 2005 +++

+++ Erdbebenwarnung für Assam löst in Indien Panik aus +++ [20:10] Eine Erdbebenwarnung für den Unionsstaat Assam im Nordosten Indiens hat Angst und Schrecken unter der Bevölkerung ausgelöst. Die Behörden von Assam gaben die Warnung heraus, nachdem mehrere indische Zeitungen von einer Erdbeben-Vorhersage eines seismologischen Forschungsinstituts in den USA berichtet hatten.

+++ Weitere 36 THW-Kräfte auf dem Weg nach Indonesien +++ [19:32] Die Bundesregierung entsendet ein weiteres Team des Technischen Hilfswerks nach Indonesien. Die 35 Helfer fliegen am Montag von Frankfurt am Main ins Katastrophengebiet nach Banda Aceh. Die Experten sollen die Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser versorgen und Unterstützung bei der Instandsetzung der Infrastruktur leisten.

+++ Uno-Sondergesandte fordert psychologische Hilfe +++ [18:44] Die Uno-Sondergesandte für humanitäre Hilfe hat auf die Notwendigkeit einer psychologischen Unterstützung der Flutopfer in Asien hingewiesen. Viele der obdachlos gewordenen Menschen in den Notaufnahmelagern seien traumatisiert, sagte Margareta Wahlström bei einem Besuch in Sri Lanka.

+++ UNHCR startet Luftbrücke mit Hilfsgütern +++ [18:10] Das Uno-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) hat eine dreitägige Luftbrücke für die Nothilfe in dem indonesischen Katastrophengebiet Aceh begonnen. Ein Flugzeug mit 100 Tonnen Hilfsgütern verließ Dänemark in Richtung der indonesischen Hauptstadt Jakarta. Das UNHCR will insgesamt 400 Tonnen Hilfsgüter aus seinen Materiallagern in Kopenhagen und Dubai nach Aceh bringen.

+++ "Die Welt" berichtet von 3200 vermissten Deutschen +++ [18:02] Nach Informationen der Zeitung "Die Welt" werden in Südostasien etwa 3200 Deutsche vermisst. Diese Zahl sei in internen Beratungen hochrangiger Vertreter der Innenministerien von Bund und Ländern genannt worden, berichtet das Blatt in seiner Montagsausgabe unter Berufung auf Sicherheitskreise. Das Auswärtige Amt bestätigte die Zahl nicht.

+++ Lazarett-Airbus wieder nach Thailand unterwegs +++ [17:53] Der Lazarett-Airbus "MedEvac" der Bundeswehr ist zum dritten Mal in Richtung Thailand gestartet. Das voraussichtliche Ziel der "fliegenden Intensivstation" ist Bangkok.

+++ US-Außenminister Powell reist nach Südostasien +++ [17:15] US-Außenminister Colin Powell ist zu einer Reise durch die von dem Seebeben verwüstete Region in Südostasien aufgebrochen. Er hatte die besonders hart getroffene indonesische Provinz Aceh auf der Insel Sumatra zu einem Schwerpunkt der US-Hilfe erklärt. Die Vereinigten Staaten haben bisher 350 Millionen Dollar (258 Millionen Euro) Soforthilfe zur Verfügung gestellt.

+++ DRK-Suchdienst forscht nach 680 vermissten Deutschen +++ [17:04] Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) forscht aktuell nach 680 Deutschen, die seit der Flutkatastrophe in Südasien vermisst werden. Wie die Organisation mitteilte, konnte der Suchdienst inzwischen das Schicksal von weiteren 120 Menschen klären.

+++ Uno sieht Gefahr der Hungersnot gebannt +++ [16:45] Die Gefahr einer Hungersnot ist nach UN-Angaben gebannt, allerdings steigt das Seuchenrisiko weiter. Die Behörden in den elf betroffenen Ländern meldeten bis zum Sonntag mehr als 123.000 Todesopfer.

+++ Mehr als 165.000 Opfer befürchtet +++ [16:12] Die offiziellen Angaben zu bereits geborgenen und geschätzten Todesopfern der Flutwelle im Indischen Ozean gehen vereinzelt weit auseinander. Indonesien: offiziell 80.000, befürchtet 100.000; Sri Lanka: offiziell 28.475, befürchtet mehr als 42.000; Indien: offiziell 9451, befürchtet mehr als 13.000; Thailand: offiziell 4985, befürchtet mehr als 10.000. Zusammen: offiziell 122.911, befürchtet mindestens 165.000.

+++ Papst empfiehlt Trost im Glauben +++ [16:09] Der Glaube an Gott kann nach den Worten von Papst Johannes Paul II. hilfreich sein, um mit Katastrophen wie der großen Flutwelle in Asien zurechtzukommen. Der Glaube lehre, dass Gott den Menschen auch bei den schwersten und schmerzlichsten Heimsuchungen nicht allein lasse, sagte der Papst heute in einer Ansprache an Tausende auf dem Petersplatz in Rom versammelte Touristen und Gläubige.

+++ Deutsche spenden mehr als 30 Millionen Euro +++ [16:06] Allein Unicef Deutschland rechnete bei heute mit mehr als 10 Millionen Euro, der ARD-Silvesterstadl brachte einen Erlös von gut 5 Millionen Euro. Die Bundesregierung schloss nicht aus, die von ihr bereitgestellten 20 Millionen Euro für Soforthilfe nötigenfalls aufzustocken.

+++ 700.000 Kinder in Aceh krank oder hungrig +++ [14:19] Die Hilfe vor allem in das von der Flutkatastrophe besonders betroffene Indonesien kommt nach Angaben deutscher Hilfsorganisationen nur schwer voran. 700 000 Kinder leiden in der Region Aceh im Norden Sumatras nach Unicef-Angaben an Krankheiten, Nahrungs- und Wassermangel, Verletzungen oder Traumata.

+++ 60 tote Deutsche identifiziert +++ [12:39] Die Zahl der identifizierten toten deutschen Touristen in Südasien hat sich auf 60 erhöht. Darunter seien 46 in Thailand und 14 in Sri Lanka, sagte der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Klaus Scharioth, am Sonntag in Berlin nach der Sitzung des Krisenstabes. Die Zahl der Vermissten steige weiter an und liege jetzt bei "sehr deutlich über 1000".

+++ Vermutlich mehr als 100 Schweizer Opfer +++ [11:07] Außenministerin Micheline Calmy-Rey sprach von einer sehr schlimmen Katastrophe auch für die Schweiz. Bislang wurden 16 Schweizer Urlauber identifiziert; für 85 Vermisste wird das Schlimmste befürchtet. Calmy-Rey traf heute auf der thailändischen Insel Phuket ein, um ihrer Solidarität mit den Opfern der Flutkatastrophe Ausdruck zu geben und sich vor Ort über die Arbeit der Schweizer Hilfskräfte zu unterrichten.

+++ Katastrophenhelfer befürchtet 1000 deutsche Opfer in Thailand +++ [10:14] Für die in Thailand vermissten Deutschen gibt es nach Auffassung eines deutschen Katastrophenhelfers kaum noch Hoffnung. Detlef Dodenhoff vom Arbeiter Samariter Bund, der in Phuket dem Kriseninterventionsdienst der Bundesregierung angehört, sagte dem TV-Sender N24: "Nach den mit vorliegenden Tatsachen dürfte es so sein, dass die Vermissten alle tot sind. Wenn sich die Zahl der Vermissten auf mehr als tausend belaufen sollte, kann man davon ausgehen, dass es mehr als tausend Tote sind."

+++ Drei Vermisste meldeten sich bei Polizei +++ [10:14] Nach Angaben der Polizei Aachen haben sich drei seit dem 31. Dezember vermisst gemeldete Personen aus dem Kreisgebiet Aachen inzwischen per Telefon oder SMS bei Bekannten gemeldet. Es handele sich dabei um einen 62 Jahre alten Mann, eine 44-jährige Frau und ein zwölfjähriges Mädchen, die sich zum Zeitpunkt der Katastrophe im Krisengebiet aufhielten.

+++ Thailand setzt Elefanten zur Bergung ein +++ [08:41] Sechs der Tiere wurden inzwischen aus einem Elefanten-Camp in Zentral-Thailand in die besonders schwer getroffene Provinz Phang Nga gebracht. Besitzer Sompas Meepien sagte, die Tiere kämen selbst in schlammigem Gelände voran, in dem Fahrzeuge wahrscheinlich stecken blieben.

+++ Lazarett-Airbus "MedEvac" bringt 40 Verletzte nach Deutschland +++ [07:37] Die Bundeswehr-Maschine landete am Morgen im militärischen Teil des Flughafens Köln-Bonn. An Bord waren nach Angaben eines Bundeswehrsprechers 39 Deutsche - darunter auch ein vierjähriges Kind - und ein Schweizer. Sechs Schwerverletzte wurden während des Fluges künstlich beatmet. Die Maschine kam aus Thailand und wird am Nachmittag zu ihrem dritten Rettungsflug nach Bangkok zurückfliegen.

+++ Weiter Nachbeben im Indischen Ozean +++ [07:32] Eine Woche nach der verheerenden Flutwelle im Indischen Ozean ist der Meeresgrund immer noch nicht zur Ruhe gekommen. Mehrere Nachbeben erschütterten heute die indische Inselgruppe der Andamanen und Nikobaren. Der heftigste Erdstoß erreichte nach Angaben indischer Seismologen eine Stärke von 5,9.

+++ Präsident warnt vor Reiseboykott in Katastrophenländer +++ [02:50] Der Bundesverband Deutsche Tourismuswirtschaft spricht sich dafür aus, möglichst schnell wieder in den von den Seebeben betroffenen Ländern Urlaub zu machen. "Neben der Hilfe aus aller Welt für den Wiederaufbau der zerstörten Regionen ist die beste Unterstützung, wenn die Touristen danach zügig wieder in die betroffenen Länder reisen", sagte Präsident Klaus Laepple der "Bild am Sonntag". Diese Länder dürfen durch einen Reiseboykott nicht ein zweites Mal bestraft werden.

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