Niederlande Ikea im Visier von Bombenlegern
Den Haag - Nach Angaben der Behörden enthielt das Päckchen jedoch keinen Sprengstoff. In Duiven fand die Polizei am Nachmittag einen weiteren verdächtigen Gegenstand. Gestern hatte die Polizei in den Filialen Amsterdam und Sliedrecht zwei Sprengkörper gefunden und unschädlich gemacht. Dabei kam es zu einer Explosion, bei der zwei Polizisten leicht verletzt wurden.
Neben den Verkaufsstellen wurde auch das Ikea-Vertriebszentrum für Belgien und die Niederlande in Oosterhout bei Breda gesperrt und durchsucht. Auch die Zentrale der niederländischen Nachrichtenagentur ANP in Rijswijk bei Den Haag musste von der Polizei wegen eines Bombenalarms geräumt werden. Die etwa 100 Beschäftigten verbrachten mehrere Stunden außerhalb des Gebäudes. Polizisten mit Spürhunden fanden keinen Sprengstoff.
Über die Hintergründe der Bombendrohungen ist noch nichts bekannt. Anhaltspunkte für terroristische Aktivitäten gebe es keine, teilte Innenminister Johan Remkes mit. Vor einer Woche hatte sein Ministerium vor möglichen terroristischen Anschlägen auf Verkehrstunnels in den Niederlanden gewarnt. Hinter den Alarmmeldungen von heute könne auch gewöhnliche Kriminalität stecken, sagte eine Polizeisprecherin.
Eine Ikea-Sprecherin wies Gerüchte zurück, dass die Drohungen von Aktivisten gegen Kinderarbeit stammen könnten. Entsprechende Vorwürfe einer linken Partei in den Niederlanden seien 1999 ausgeräumt worden. Die deutschen Ikea-Niederlassungen öffneten heute wie gewohnt. Firmen-Sprecherin Stefanie Neumann betonte, es handle sich um eine lokale Sache in den Niederlanden, in Deutschland gebe es keine Bombendrohungen.
Während der Durchsuchung aller niederländischen Ikea-Niederlassungen zwischen Groningen und Heerlen waren Straßen und Schifffahrtswege in der Nähe abgesperrt. In Utrecht führte das zu einem schweren Verkehrschaos. Die viel befahrene Autobahn zwischen Deutschland und dem Westen der Niederlande war stundenlang gesperrt.