Nigeria 165 Shell-Mitarbeiter als Geisel genommen
Lagos/Nairobi - Wie ein Sprecher der Firma in der Handelsmetropole Lagos bekannt gab, befinden sich unter den Gefangenen auch 14 Ausländer. Über ihre Nationalität konnte Shell am Mittwoch noch keine Auskunft geben. Für die Freilassung der Opfer verlangen die Geiselnehmer von dem Unternehmen die Anstellung von 30 Jugendlichen.
Rund 30 bewaffnete Einheimische überwältigten nach Aussagen des Shell-Sprechers Harriamn Essa Oyofo die Mitarbeiter zeitgleich auf zwei Bohrstationen im Bundesstaat Bayelsa. Die jungen Männer, die aus den umliegenden Dörfern stammten, hätten sich den Anlagen auf Booten über die Mangrovensümpfe genähert.
Im Radiosender BBC zeigte sich Oyofo besorgt über das Wohlergehen der Gefangenen. "Wir glauben, dass ihnen bald die Lebensmittel ausgehen", meinte er am Mittwochmorgen. Shell verhandele mit mehreren politischen Führern der Region. Die Gesellschaft habe den Gouverneur des Bundesstaates um eine friedliche Vermittlung gebeten.
Sabotage- und Gewaltakte gegen Ölförderanlagen und ihre Mitarbeiter sind im verarmten Niger-Delta keine Seltenheit. Die Region erzielt mit seinem Erdöl rund 90 Prozent der Deviseneinnahmen. Doch die sechs Bundesstaten der Region sind unzufrieden mit dem Anteil, den die Zentralregierung ihnen daran zugesteht.