Nigeria 50 Tote bei Pipeline-Explosion
Nairobi - Wie der staatliche Fernsehsender NTA meldete, ereignete sich der Unfall am frühen Morgen im Staat Abia im ölreichen Niger-Delta. Warum die Pipeline in der Nähe des Dorfes Umuichiechi-Umungbede in Flammen aufging, ist noch unklar. Der Fernsehsender zeigte aber verkohlte Leichen und verstreute Benzinkanister. Deswegen geht die Polizei bei ihren Ermittlungen davon aus, dass ein Anzapfen der Pipeline die Explosion verursachte. Bevor die Feuerwehr den Brand nach acht Stunden löschen konnte, habe das Feuer auch einen erheblichen Sachschaden angerichtet, berichtet der nigerianische Fernsehsender.
Bei einem ähnlichen Unfall waren vor zwei Jahren 700 Menschen ums Leben gekommen. Damals wollten sie in der Ortschaft Jesse Benzin aus einer undichten Pipeline zapfen. Als eine Treibstofflache Feuer fing, kam es zu dem Unglück.
Nigeria ist der sechstgrößte Erdölproduzent der Welt. Benzin ist in dem westafrikanischen Land jedoch knapp und wird sogar importiert, weil die eigenen Raffinerien funktionsuntüchtig sind. Im Niger-Delta werden täglich rund 1,8 Millionen Barrel Rohöl gefördert und damit 90 Prozent der Staatseinnahmen erwirtschaftet. Doch das Geld fließt in die Staatskassen. Die Bevölkerung der Öl-Region zählt zu den Ärmsten des Landes. Diebstahl und Sabotageakte an den Ölförderanlagen haben sich in den vergangenen Monaten gemehrt.