Nigeria Bohrinsel-Geiseln frei
Port Harcourt - Ein Großteil der 97 Ausländer und 170 Nigerianer sei mit Booten und Hubschraubern in Sicherheit gebracht worden, berichtet der Bohrinsel-Eigner Transocean, der seinen Sitz im texanischen Houston hat. Die Freigelassenen gingen zusammen mit ihren rund 100 Geiselnehmern - nigerianischen Arbeitern - an Land, die sie aus Protest gegen die Unternehmenspolitik gefangen gehalten hatten.
Einige der Geiseln berichteten, sie seien in ihrer zweiwöchigen Gefangenschaft nicht körperlich misshandelt worden. Sie seien allerdings eingeschüchtert worden. Ein Brite sagte, die Geiselnehmer hätten Todesdrohungen ausgesprochen.
Die ersten Geiseln, zu denen 35 Briten, 17 Amerikaner und zwei Kanadier zählten, waren bereits am Freitagabend freigelassen worden. Zuvor war in Abuja nach einem Treffen zwischen Geiselnehmern und Eigentümern der Bohrinseln eine Lösung des Geiseldramas bekannt gegeben worden. Die Streitpunkte sollen nun in einem späteren Treffen eingehend besprochen werden.
Die Unruhen begannen nach Gewerkschaftsangaben unter anderem aus Protest dagegen, dass die nigerianischen Beschäftigten mit Schiffen und nicht mit Hubschraubern auf die 40 Kilometer vor dem Nigerdelta gelegenen Bohrinseln gebracht wurden. Außerdem protestierten die Geiselnehmer gegen die Entlassung von Kollegen.
Transocean betreibt die Bohrinseln für die Ölkonzerne Shell und TotalFinaElf, die auch für umfangreiche Umweltweltverschmutzungen in der Region verantwortlich gemacht werden. Trotz des Erdölreichtums Nigerias lebt ein Großteil der Bevölkerung in Armut.