Nigeria: Geiselnahme auf Öl-Bohrinseln - DER SPIEGEL
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Nigeria Geiselnahme auf Öl-Bohrinseln

Im Rahmen eines Streiks haben nigerianische Arbeiter auf vier Bohrinseln vor der Küste ihres Landes fast hundert ausländische Arbeiter als Geiseln genommen.
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Lagos - Unter den 97 Geiseln sollen sich 35 Briten und 21 Amerikaner befinden, meldet die Nachrichtenagentur AP. Die Nationalität der übrigen Festgehaltenen war zunächst nicht bekannt. Die Bohrinseln gehören der Firma Transocean mit Sitz in Houston, gebohrt wird im Auftrag der Konzerne Royal/Dutch Shell und TotalFina Elf.

Die Aktion dauere bereits seit dem 19. April an, wurde aber erst jetzt bekannt. Ein Sprecher von Transocean erklärte, 34 Arbeiter hätten zwei der Plattformen am Montag mit dem Boot verlassen. Ob sie zu den Geiseln gehörten, sei nicht bekannt. Es werde auf allen Ebenen daran gearbeitet, den Streik so schnell wie möglich zu beenden.

Ein Unterhändler berichtete der Nachrichtenagentur, einige der ausländischen Beschäftigten hätten ihren Familien am Montag in E-Mails von Todesdrohungen berichtet. Shell-Sprecher Donald Boham erklärte, sein Unternehmen sei an den Verhandlungen beteiligt. Von Drohungen sei ihm nichts bekannt.

Die Streikenden protestierten nach Gewerkschaftsangaben gegen eine Entscheidung von Transocean, zum Transport der Beschäftigten auf die 40 Kilometer vor dem Nigerdelta gelegenen Bohrinseln statt Hubschraubern Schiffe einzusetzen. Über die Zahl der Streikenden lagen keine Informationen vor.

Nigeria ist einer der weltweit wichtigsten Ölexporteure. Sabotage, Geiselnahmen und Erpressungen sind im Nigerdelta nicht unüblich. Die Geiseln bleiben meist unverletzt.

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