Nigeria Kidnapper wollen 165 Shell-Mitarbeiter freilassen
London/Lagos - Wie erst am Mittwoch bekannt geworden war, hatte eine Gruppe von rund 30 bewaffneten Einheimischen die Arbeiter des Konzerns bereits am Montag zeitgleich auf zwei Bohrstationen im Niger-Delta überfallen und gefangen genommen. Unter den Geiseln sind auch 20 Ausländer, überwiegend Briten und US-Bürger.
Nach Angaben des Shell-Sprechers forderten die Geiselnehmer eine Anstellung bei der Ölgesellschaft sowie eine nicht näher beschriebene "Kompensation" für das von dem Unternehmen in der Region geförderte Erdöl. Über diese Forderungen soll am 15. August verhandelt werden. Die Geiseln - darunter fünf Briten, sieben US-Bürger sowie Australier und Libanesen - seien wohlauf, sagte der Sprecher.
Sabotage- und Gewaltakte gegen Ölförderanlagen und ihre Mitarbeiter sind im verarmten Niger-Delta keine Seltenheit. Die Region erzielt mit seinem Erdöl rund 90 Prozent der Deviseneinnahmen des Landes. Doch die sechs Bundesstaaten der Region sind unzufrieden mit dem Anteil, den die Zentralregierung ihnen daran zugesteht.