Nigeria Mehr als 200 Tote beim Einsturz einer Kirche
Die Kirche von Uyo im nigerianischen Bundesstaat Akwa Ibom war gerade erst in Leichtbauweise errichtet, das Dach noch nicht ganz fertig. Medienberichten zufolge stürzte es am Samstag ein, während zahlreiche Gläubige einen Gottesdienst besuchten.
Die genaue Zahl der Opfer in der Stadt Uyo war am Sonntagmorgen unklar, in mehreren Medienberichten war von mindestens 60 Toten die Rede. Bei dem Einsturz habe es "viele Tote und Verletzte" gegeben, erklärte Präsident Muhammadu Buhari. Eine genaue Opferzahl nannte er nicht.
Die Zeitung "Punch" berichtete unter Berufung auf den Chef der örtlichen Universitätsklinik, mehr als 200 Leichen seien in das Krankenhaus gebracht worden. "Wir haben mehr als 200 Tote in den Leichenhallen und keinen Platz mehr. Doch noch immer werden mehr Leichen hergebracht", wurde Etete Peters zitiert.
Auch Stunden nach dem Unglück bargen Suchmannschaften noch Opfer aus den Trümmern des Gotteshauses. Zwei Kräne kamen zum Einsatz, um Dachtrümmer anzuheben und zu den Opfern vordringen zu können.
Augenzeugen berichteten, das noch im Bau befindliche Gebäude sei mit Gläubigen voll besetzt gewesen. Rund 30 Minuten nach Beginn des Gottesdienstes sei zunächst das Dach eingestürzt, ehe das gesamte Gebäude zusammenfiel. Der Kirchenneubau war Berichten zufolge für mehrere Tausend Menschen ausgelegt.
Der Gouverneur der Provinz Akwa Ibom, Udom Emmanuel, der als Ehrengast zu dem Gottesdienst erschienen war und in der ersten Reihe gesessen hatte, sei mit dem Schrecken davongekommen, berichteten die Medien. Es sei das "schockierendste Ereignis" in der Geschichte des Bundesstaats, schrieb er auf einer Facebook-Seite. Die Kirche gehörte der evangelikalen Gemeinde The Reigners Bible Church International.
Im September 2015 waren beim Einsturz eines Gästehauses einer Kirche in der nigerianischen Millionenmetropole Lagos 115 Menschen ums Leben gekommen, darunter 84 Südafrikaner.